Ramadan

    Islamforscher Ramadan droht Vergewaltigungsprozess in Frankreich

    Keystone-SDA
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    Frankreich,

    Die Pariser Staatsanwaltschaft hat den umstrittenen Islamwissenschaftler Tariq Ramadan wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung von vier Frauen angeklagt. In einem Fall handele es sich bei der Klägerin um eine schutzbedürftige Person, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Der aus der Schweiz stammende 59-Jährige befand sich bereits zehn Monate in Untersuchungshaft. Ramadan hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen, Kontakte zu den Frauen aber später eingeräumt.

    Tariq Ramadan ist nun in Frankreich in vier Fällen wegen Vergewaltigung angeklagt. Ein weiteres Strafverfahren aus demselben Grund läuft gegen ihn in Genf. (Archivbild)
    Tariq Ramadan ist nun in Frankreich in vier Fällen wegen Vergewaltigung angeklagt. Ein weiteres Strafverfahren aus demselben Grund läuft gegen ihn in Genf. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/AP/MICHEL SPINGLER

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Autor mehrerer Bücher lehrte Islamwissenschaft an der Universität Oxford.

    Im November 2017 hatte er sich wegen der Vorwürfe von der traditionsreichen britischen Hochschule beurlauben lassen. Zu den Taten soll es zwischen 2009 und 2016 gekommen sein. Ramadan war bereits zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er die Identität von einer der Klägerinnen enthüllt hatte. Ob es nun zu einem Prozess gegen ihn kommt, müssen die beiden mit dem Fall betrauten Untersuchungsrichter entscheiden.

    Ramadan ist ein Enkel von Hassan al-Banna, einem Mitbegründer der Muslimbrüder. Der Islamwissenschaftler kämpft für einen Euro-Islam und tritt für eine europäisch-muslimische Identität ein. Er ist seit langem umstritten und wird ebenso als ein Vordenker des Islamismus kritisiert.

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