Skiferien in Österreich sind für Schweizer immer weniger lohnenswert
In Österreich müssen Skifahrer diesen Winter tiefer in die Tasche greifen. Somit wird die Preisdifferenz zur Schweiz kleiner. Ein Vorteil für hiesige Gebiete?

Das Wichtigste in Kürze
- Skipasspreise steigen in Österreich auf die kommende Saison hin auf bis zu über 80 Euro an.
- Das ist nicht alles: Auch Österreichs Hotellerie und Gastronomie haben sich seit der Pandemie stark verteuert.
- Damit wird die Preisdifferenz zur Schweiz immer kleiner.
Wintersportferien in der Schweiz sind teuer. Wer Skitickets, Unterkunft, Ausrüstung und Essen selbst berappen muss, tut gut daran, früh genug ein Ferienbudget zu erstellen. Oder sich im benachbarten Ausland nach einer günstigeren Variante umzuschauen.
Doch dort warten längst nicht mehr die grossen Schnäppchen. Im beliebten Skiferien-Land Österreich etwa steigen die Skipasspreise auf die Saison 2026/27 hin an.
Destinationen wie Sölden oder Arlberg kommen dann locker auf rund 85 Euro für eine Tageskarte, was knapp 80 Franken entspricht.
Das ist schon fast so teuer wie in vielen grösseren Skigebieten der Schweiz.
Zum Vergleich: Einen Tagespass in Zermatt gibt es ab 89 Franken, in Davos Klosters ab 94 Franken. In der Jungfrau-Region ist es sogar günstiger – dort kann man ab 79 Franken für einen Tag skifahren.
Lohnt sich somit die Reise über die Grenze überhaupt noch?
«Preisvorteil deutlich kleiner»
Simon Flury, beim Wirtschaftsforschungs- und Beratungsinstitut BAK Economics auf Tourismus spezialisiert, erklärt bei Nau.ch: Skiferien für Schweizer in Österreich können sich zwar immer noch lohnen. «Aber der Preisvorteil ist deutlich kleiner geworden als noch vor einigen Jahren.»
Die steigenden Skipasspreise seien dabei nur ein Teil der Entwicklung. «Die Hotellerie und Gastronomie haben sich in Österreich seit der Pandemie stark verteuert», sagt er.
Der sogenannte Harmonisierte Verbraucherpreisindex von Eurostat, dem Statistischen Amt der EU, zeigt: Die Preise für Restaurants und Hotels haben sich in Österreich zwischen 2019 und 2025 um rund 47 Prozent erhöht.
«In der Schweiz betrug der Anstieg im gleichen Zeitraum rund elf Prozent», so Flury.
Ein Teil dieser Differenz wurde allerdings durch die Wechselkursentwicklung aufgefangen. Denn: «Ein Euro kostete 2025 im Jahresdurchschnitt rund 16 Prozent weniger Franken als 2019.»
In Franken gerechnet haben sich Restaurants und Hotels in Österreich damit um rund 24 Prozent verteuert. Das ist noch immer mehr als doppelt so viel wie in der Schweiz.
«Der Preisvorteil Österreichs ist für Schweizer Gäste also kleiner geworden, aber nicht verschwunden», bilanziert Simon Flury.
Skipass nicht alleiniger Faktor
Beim Skipass wird ein direkter Vergleich allerdings zunehmend schwierig. Der Grund: «Viele grössere Skigebiete arbeiten mit dynamischen Preisen, die unter anderem vom Buchungszeitpunkt und der Nachfrage abhängen», so Flury.
Hinzu kommen Verbundangebote wie der «Magic Pass». «Einen einheitlichen Skipasspreis gibt es deshalb oft gar nicht mehr.»
Für die Schweizer Skidestinationen dürften die Preiserhöhungen im Ausland zwar gute Neuigkeiten sein. Einen grossen Boom erwarten sie deshalb jedoch nicht.
Seilbahnen Schweiz-Direktor Berno Stoffel relativiert: «Ob Schweizer Skigebiete davon profitieren, hängt von vielen Faktoren ab», sagt er auf Anfrage.
Der Skipass bei den Bergbahnen mache mit etwa 13 bis 20 Prozent nur einen relativ kleinen Teil der Winterferien-Gesamtkosten aus.
«Wesentlich stärker ins Gewicht fallen die Ausgaben für Unterkunft, Verpflegung und Anreise. Deshalb ist nicht davon auszugehen, dass die Entwicklung der Bergbahnpreise allein das Buchungsverhalten der Gäste massgeblich verändert», so Stoffel.
Auch Simon Flury geht davon aus, dass Schweizer Skigebiete eher «punktuell als flächendeckend» von den gestiegenen Preisen im Ausland profitieren.
Schwächerer Franken hilft
Immerhin: Der kleinere Preisabstand mache Schweizer Destinationen im Vergleich attraktiver. Insbesondere für Gäste, die bisher vor allem aufgrund des Preises nach Österreich gefahren seien.
Hinzu kommt, dass der aktuell etwas schwächere Franken diesen Effekt in der kommenden Saison verstärkt: «Er verteuert Ferien im Euroraum für Schweizer Gäste und macht die Schweiz für Gäste aus Deutschland oder Österreich etwas günstiger.»

Dennoch erwartet Flury keine grossen Verschiebungen bei den Gästezahlen. Da eben der Preis bei der Wahl des Skigebiets nur ein Faktor unter vielen sei.
«Das zeigt sich auch daran, dass viele Schweizerinnen und Schweizer ihre Skiferien trotz des höheren Preisniveaus weiterhin im Inland verbringen.»
In der vergangenen Wintersaison wurden in den alpinen Gebieten über fünf Millionen Logiernächte von Schweizer Gästen verzeichnet.













