Der russische Impfstoff Sputnik V wartet auf die EMA-Entscheidung zur Zulassung in Europa. Mehr als 50 Staaten weltweit haben den Impfstoff bereits zugelassen.
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Eine Verpackung mit mehreren Dosen des Corona-Impfstoffs Sputnik V. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Impfstoff Sputnik V aus Russland wartet auf die Zulassung durch die EMA.
  • Die Europäische Arzneimittel-Agentur wird vermutlich aber keine rasche Zulassung erlauben.
  • Dies obwohl mehr als 50 Staaten weltweit den Impfstoff bereits zugelassen haben.

Russlands Corona-Impfstoff Sputnik V wird wohl keine rasche Zulassung durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) erhalten. Das ist die Sicht des staatlichen russischen Direktinvestmentfonds RDIF.

«Wenn eine Zulassung kommt könnten wir innerhalb von drei, vier Monaten etwa 100 Millionen Dosen liefern. Dies würde für 50 Millionen Menschen in der EU reichen.» Dies sagte der RDIF-Chef Kirill Dmitrijew in einem Interview der «Berliner Zeitung» (Samstag).

Russland erwarte, dass nach Ungarn weitere EU-Staaten Sputnik V direkt zulassen könnten - unabhängig von der EMA-Entscheidung.

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Über die Zulassung des russischen Corona-Impfstoff Sputnik V in Europa entscheidet die EMA nun. (Archivbild) - Keystone

«Diesen Ländern könnten wir Impfstoffe noch im April senden», sagte Dmitrijew. «Wir erwarten jetzt eine EMA-Delegation für Mitte April. Und wir hoffen, dass die Entscheidung über Sputnik V eine rein wissenschaftliche sein wird und keine politische.» Kritiker werfen Russland vor, mit seinem Impfstoff vor allem Propaganda zu betreiben und auf geopolitischen Einfluss zu setzen.

Der Chef des Fonds bestätigte der Zeitung Pläne für die Produktion des Präparats in Deutschland und anderen EU-Staaten. Er ist für den internationalen Vertrieb von Sputnik V zuständig. So gebe es Verhandlungen über eine Produktion des Impfstoffs in den Anlagen des russischen Pharmaunternehmens R-Pharm im bayerischen Illertissen. Dort würden Arzneimittel für 150 Länder weltweit produziert.

R-Pharm hatte auch den Antrag zur Zulassung von Sputnik V bei der EMA gestellt. Es gebe zudem «Vorvereinbarungen mit zwei anderen Produzenten in Deutschland» sowie mit Spanien und Frankreich, sagte Dmitrijew dem Blatt.

Bereits in über 50 Staaten zugelassen

Der vom Gamaleja-Forschungszentrum in Moskau entwickelte Impfstoff hat nach Angaben eine Wirksamkeit von über 91 Prozent gegen das Coronavirus. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Schutz zwei Jahre hält. Russland wirbt auch mit besonders günstigen Preisen und Lagerbedingungen für Sputnik V.

Dieser Impfstoff ist in bereits mehr als 50 Staaten weltweit zugelassen. Es gilt ausserdem als wirksam gegen neue Coronavirus-Varianten. Die Sputnik-Wissenschaftler haben auch eine Partnerschaft mit den britischen Entwicklern des Impfstoffs Astrazeneca, um ein optimiertes Vakzin hervorzubringen.

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