Flughafen München: 123 Passagiere über Nacht im Flugzeug eingesperrt
Starker Schneefall legt den Betrieb am Flughafen München lahm – für Dutzende Reisende endet ein Kurzflug im stundenlangen Ausharren auf dem Rollfeld.

Das Wichtigste in Kürze
- Heftiger Schneefall legte am Donnerstagabend den München-Airport lahm.
- 123 Passagiere sassen stundenlang ohne genug Versorgung im Flugzeug fest.
- Fehlende Busse verhinderten den Rücktransport ins Terminal bis zum Morgen.
Eigentlich sollte es ein kurzer Abendflug von München nach Kopenhagen werden. Doch dieser Flug entwickelte sich für 123 Passagiere zu einer dramatischen Nacht im stehenden Flugzeug.
Die Reisenden bestiegen die Lufthansa-Maschine am Donnerstag gegen 21.30 Uhr. Erst acht Stunden später verliessen sie das Flugzeug wieder – ohne dass sich der Airbus überhaupt bewegt hatte.
Grund war ein heftiger Schneefall, der den Flugbetrieb am Flughafen München massiv beeinträchtigte. Der Start verzögerte sich zunächst immer wieder. Kurz vor Mitternacht wurde der Flug schliesslich ganz gestrichen.
Statt zurück ins Terminal gebracht zu werden, mussten die Passagiere jedoch an Bord bleiben. Das Flugzeug stand auf einer Aussenposition, Busse fehlten.
Unter den Betroffenen war auch eine dänische Familie mit zwei Kindern, die sich auf der letzten Etappe aus Thailand befand. Der Vater schilderte der Zeitung «Ekstra Bladet» die Situation.
«Es gab weder ausreichend Essen noch Trinken für uns und unsere kleinen Kinder und auch keine Decken», sagte er. «Sie hatten nur ein paar Wasserflaschen.»
Flughafen wurde gegen zwei Uhr morgens geschlossen
Die Crew informierte die Passagiere laut Berichten regelmässig, dass man versuche, Busse zu organisieren. Gegen zwei Uhr morgens sei dann mitgeteilt worden, dass der Flughafen inzwischen geschlossen sei und keine Fahrer mehr verfügbar seien. In München gilt zwischen Mitternacht und fünf Uhr ein Nachtflugverbot.
Ein weiterer Fluggast kritisierte die Situation deutlich: «Flüge können jederzeit gestrichen werden, aber die Leute auf unbestimmte Zeit im Flugzeug zurückzulassen, ist inakzeptabel.» Erst in den frühen Morgenstunden wurden die Reisenden ins Terminal gebracht und auf Ersatzflüge umgebucht. Doch auch dort kam es erneut zu Verzögerungen.
Lufthansa und Flughafen München entschuldigen sich
Die Lufthansa erklärte, wegen des starken Schneefalls sei es zu temporären Startbahnschliessungen und erheblichen Verzögerungen bei der Enteisung gekommen. Die Passagiere hätten aus Sicherheitsgründen zunächst an Bord bleiben müssen.
Zudem habe es «Engpässe bei den Vorfeldbussen» gegeben. Man bedauere die entstandenen Unannehmlichkeiten. Auch der Flughafen München entschuldigte sich für die Situation.

Auch andere Flüge waren betroffen. Nach Angaben der Lufthansa mussten zusätzlich Passagiere von Verbindungen nach Singapur und Danzig sowie von zwei Air-Dolomiti-Flügen nach Graz und Venedig die Nacht in ihren Maschinen verbringen. Insgesamt waren rund 500 Menschen betroffen.
















