Flughafen

Flughafen München: 123 Passagiere über Nacht im Flugzeug eingesperrt

Simon Binz
Simon Binz

Deutschland,

Starker Schneefall legt den Betrieb am Flughafen München lahm – für Dutzende Reisende endet ein Kurzflug im stundenlangen Ausharren auf dem Rollfeld.

Lufthansa München Flughafen
Ein Airbus 320neo. Mit einem solchen Flieger sollte es für 123 Passagiere nach Kopenhagen gehen. - Foto: Lufthansa Group

Das Wichtigste in Kürze

  • Heftiger Schneefall legte am Donnerstagabend den München-Airport lahm.
  • 123 Passagiere sassen stundenlang ohne genug Versorgung im Flugzeug fest.
  • Fehlende Busse verhinderten den Rücktransport ins Terminal bis zum Morgen.

Eigentlich sollte es ein kurzer Abendflug von München nach Kopenhagen werden. Doch dieser Flug entwickelte sich für 123 Passagiere zu einer dramatischen Nacht im stehenden Flugzeug.

Die Reisenden bestiegen die Lufthansa-Maschine am Donnerstag gegen 21.30 Uhr. Erst acht Stunden später verliessen sie das Flugzeug wieder – ohne dass sich der Airbus überhaupt bewegt hatte.

Grund war ein heftiger Schneefall, der den Flugbetrieb am Flughafen München massiv beeinträchtigte. Der Start verzögerte sich zunächst immer wieder. Kurz vor Mitternacht wurde der Flug schliesslich ganz gestrichen.

Ist es akzeptabel, Passagiere bei Flugausfällen stundenlang im Flugzeug warten zu lassen?

Statt zurück ins Terminal gebracht zu werden, mussten die Passagiere jedoch an Bord bleiben. Das Flugzeug stand auf einer Aussenposition, Busse fehlten.

Unter den Betroffenen war auch eine dänische Familie mit zwei Kindern, die sich auf der letzten Etappe aus Thailand befand. Der Vater schilderte der Zeitung «Ekstra Bladet» die Situation.

«Es gab weder ausreichend Essen noch Trinken für uns und unsere kleinen Kinder und auch keine Decken», sagte er. «Sie hatten nur ein paar Wasserflaschen.»

Flughafen wurde gegen zwei Uhr morgens geschlossen

Die Crew informierte die Passagiere laut Berichten regelmässig, dass man versuche, Busse zu organisieren. Gegen zwei Uhr morgens sei dann mitgeteilt worden, dass der Flughafen inzwischen geschlossen sei und keine Fahrer mehr verfügbar seien. In München gilt zwischen Mitternacht und fünf Uhr ein Nachtflugverbot.

Ein weiterer Fluggast kritisierte die Situation deutlich: «Flüge können jederzeit gestrichen werden, aber die Leute auf unbestimmte Zeit im Flugzeug zurückzulassen, ist inakzeptabel.»

Erst in den frühen Morgenstunden wurden die Reisenden ins Terminal gebracht und auf Ersatzflüge umgebucht. Doch auch dort kam es erneut zu Verzögerungen.

Lufthansa und Flughafen München entschuldigen sich

Die Lufthansa erklärte, wegen des starken Schneefalls sei es zu temporären Startbahnschliessungen und erheblichen Verzögerungen bei der Enteisung gekommen. Die Passagiere hätten aus Sicherheitsgründen zunächst an Bord bleiben müssen.

Zudem habe es «Engpässe bei den Vorfeldbussen» gegeben. Man bedauere die entstandenen Unannehmlichkeiten. Auch der Flughafen München entschuldigte sich für die Situation.

Flughafen München
Am Flughafen München gilt zwischen Mitternacht und fünf Uhr ein Nachtflugverbot. - Keystone

Auch andere Flüge waren betroffen. Nach Angaben der Lufthansa mussten zusätzlich Passagiere von Verbindungen nach Singapur und Danzig sowie von zwei Air-Dolomiti-Flügen nach Graz und Venedig die Nacht in ihren Maschinen verbringen. Insgesamt waren rund 500 Menschen betroffen.

Kommentare

User #6441 (nicht angemeldet)

Bild bringt Ereignis von vor Tagen wieder in ihrer Ausgabe. Bin echt gespannt wer für die Panne die Verantwortung übernimmt? Flughafengesellschaft, Airline Gesellschaft , jeder einzelne Reiseanbieter selbst oder gar die einzelnen voll Geschäftsfähigen Reisenden? Wobei ich bei einigen echt Zweifle die mit Kindern Nachts gegen 24.00 Uhr an einen Flughafen anreisen müssen um einen Kurzstreckenflug in der Nacht zu absolvieren!

User #4586 (nicht angemeldet)

Wusste ich doch das diese Sache ein Juristisches Nachspiel hat! Zu Hauffe gingen durch die Presse Lügengeschichten wie in jeder zweiten Zeitung das die Passagiere während der fünf Stunden nichts zu Essen und Trinken bekamen! Eine Lüge Eindeutig. Zweitens würde die Fake News aufgebracht, diese Warterei wäre zu Stande gekommen weil nicht ein Regierungsflieger Landerlaubnis bekam und daher andere Flüge warten mussten und es dann zu Spät wurde. Freue mich endlich das vor Allem in Bayern Fake News keine Chance haben! Die Polizei Oberbayern ermittelt !

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