«Guru» von Waldgemeinschaft in Italien festgenommen
Auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien ist der mutmassliche Anführer einer abgeschotteten Waldgemeinschaft wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur Kindesmisshandlung festgenommen worden.

Wie die Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos meldeten, handelt es sich um einen Mann deutsch-indischer Herkunft. Er soll eine Gemeinschaft von 15 Menschen, darunter zwei Kinder, angeführt haben, die in einem Wald bei Cefalù lebte.
Die beiden Kinder im Alter von sieben und elf Jahren waren demnach nicht geimpft, gingen nicht zur Schule und mussten nachts um das Haus, in dem sie lebten, Wachdienste leisten. In dem Haus lebten sie nach Medienangaben unter prekären hygienischen Bedingungen und ohne Strom. Die Rede ist von einem Umfeld, das «durch Formen der Isolation und psychologischer Konditionierung gekennzeichnet» sei, zitierte Adnkronos die zuständige Staatsanwaltschaft.
Der Deutsch-Inder inszenierte sich demnach als spiritueller Lehrer der Gemeinschaft aus Deutschen, Briten und einer Italienerin. Er soll vor knapp zehn Jahren nach Sizilien gekommen sein und dort mehrere spirituelle Treffen abgehalten haben. Medien bezeichnen ihn als «Guru». Wie Ansa berichtete, überzeugte er seine Anhänger zu einem Leben im Einklang mit der Natur und Armut. Der Mann selbst soll jedoch eine Vorliebe für Luxus gehabt haben.
Auslöser der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Termini Imerese war der Hinweis des Vaters einer der Anhängerinnen des Deutsch-Inders und Mutter eines der Kinder. Der Mann, ein Hotelier aus Cefalù im Norden Siziliens, berichtete den Behörden von Manipulationen, denen seine Tochter durch die Gemeinschaft ausgesetzt gewesen sei, und von wiederholten Geldabhebungen der Frau. Die beiden Kinder wurden laut Ansa aus der Gemeinschaft geholt.










