Grüne fordern vorübergehende Abschaltung von Atomkraftwerken

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    Deutschland,

    Ob nun alle Kraftwerke in der Corona-Krise laufen müssen, frage sich die Grünen. Immerhin ist der Stromverbrauch gesunken, da im ganzen viele Fabriken geschlossen oder in Kurzarbeit sind.

    Wolken über den Kültürmen des Kernkraftwerkes Grohnde in Niedersachsen. Foto: Peter Steffen/dpa
    Wolken über den Kültürmen des Kernkraftwerkes Grohnde in Niedersachsen. Foto: Peter Steffen/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die niedersächsischen Atomkraftwerke Grohnde und Emsland sollen bis zum Ende der Corona-Krise abgeschaltet werden - das fordert die Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl.

    «Die deutschen Atomkraftwerke sind unter den gegebenen Umständen weniger denn je systemrelevant», schrieb die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag an Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sowie an die Umweltminister von Niedersachsen und Bayern. Auch das bayerische AKW Gundremmingen, das bereits am 20. März vom Netz genommen worden sei, solle vorsorglich abgeschaltet bleiben.

    Im April und Mai stehen dem Schreiben zufolge die jährlichen Revisionen der AKW Grohnde und Emsland an. Dabei seien Hunderte externe Fachkräfte über Wochen mit den Arbeiten beschäftigt, schrieb Kotting-Uhl. «Das Risiko, dass die AKW zu Hotspots einer weiteren Verbreitung des Coronavirus würden, ist unangemessen und unnötig.» Die Revisionen sollten deshalb ausgesetzt werden.

    Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums in Berlin verwies auf die Zuständigkeit der Gesundheitsbehörden: «Selbstverständlich hat jetzt der Gesundheitsschutz absolute Priorität», sagte er der dpa. «Wenn die Gesundheitsbehörden zu der Einschätzung gelangen, dass eine grosse Anzahl fremder Arbeiter in einem AKW nicht zu verantworten ist, dann kann eine Revision nicht stattfinden.» Zudem könne es «natürlich keine Sicherheitsrabatte bei der nuklearen Sicherheit geben.»

    Kotting-Uhl berief sich zudem auf Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, denen zufolge der Stromverbrauch am 25. März dieses Jahres 6,8 Prozent niedriger gewesen sei als am 25. März der Jahre 2017 bis 2019. Angesichts der gedrosselten Produktion in der Industrie sei es wahrscheinlich, dass sich dieser Trend fortsetze, schrieb Kotting-Uhl.

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