Griechenlands Premier hat angesichts der erneuten schweren Waldbrände auf einen Zusammenhang mit dem Klimawandel hingewiesen. In dem Land sind auch diesen Sommer wieder viele tausend Hektar Wald verbrannt.
dpatopbilder - In Griechenland gibt es seit Wochen  verheerenden Waldbrände, wie hier in der Nähe des Dorfes Krestena, etwa 320 Kilometer südwestlich von Athen. Foto: Giannis Spyrounis/ilialive.gr via AP/dpa
dpatopbilder - In Griechenland gibt es seit Wochen verheerenden Waldbrände, wie hier in der Nähe des Dorfes Krestena, etwa 320 Kilometer südwestlich von Athen. Foto: Giannis Spyrounis/ilialive.gr via AP/dpa - sda - Keystone/ilialive.gr via AP/Giannis Spyrounis
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Das Wichtigste in Kürze

  • «Der Kampf gegen die Brände geht weiter, es ist eine Konfrontation mit der Klimakrise, deren Auswirkungen leider sowohl durch menschliche Fahrlässigkeit als auch vorsätzliche Brandstiftung verschärft wird», sagte Kyriakos Mitsotakis am Donnerstag bei einer Kabinettssitzung, deren Auftakt das Staatsfernsehen übertrug.

Ja, es gebe Brandstiftung, aber: «Die Realität ist, dass alle Mittelmeerländer sowie der Westen der USA und sogar England durch extrem hohe Temperaturen und anhaltende Dürre geprüft werden.»

Mitsotakis verwahrte sich gegen Kritik an den Löscharbeiten und deren Koordinierung. Die schrecklichen Brände taugten nicht für Oppositionspolitik, sagte er und bezeichnete jene Politiker, die zuletzt gemäkelt hatten, als «Liegestuhl-Feuerwehrleute». Sie sollten «ein bisschen mehr Respekt für all jene zeigen, die selbstlos gegen Katastrophen kämpfen, die die menschlichen Fähigkeiten übersteigen».

Die Regierung hatte nach den Erfahrungen mit den verheerenden Bränden des letzten Sommers die Zahl der Löschflugzeuge und -hubschrauber aufgestockt und daran gearbeitet, Einsätze besser zu koordinieren. Auch die EU unterstützt die feuergeplagten Südländer. So waren im Rahmen eines EU-Programms zur Waldbrandbekämpfung jüngst 15 Feuerwehrleute aus Baden-Württemberg auf der griechischen Halbinsel Peloponnes im Einsatz, auch andere Länder schicken Fachkräfte.

Einen direkten Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und einzelnen Waldbränden nachzuweisen ist laut Experten schwierig. Fest steht: Durch den Klimawandel gibt es mehr heisse Tage. Hitze allein löst zwar noch keine Waldbrände aus. Aber hohe Temperaturen, Trockenheit, geringe Luftfeuchtigkeit und Wind können das Risiko für Waldbrände steigern. In Südeuropa, dem Norden Eurasiens, in den USA und Australien haben die Wahrscheinlichkeit von Bränden und die verbrannten Flächen wegen des Klimawandels zugenommen.

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