Trotz der Kritik am G20-Gipfel sieht die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch «wichtige klimapolitische Signale» der grossen Wirtschaftsmächte (G20) an das Weltklimatreffen in Glasgow. Das sei «ermutigend». Nun müsse das Treffen den «Startschuss in das Jahrzehnt der Umsetzung der Klimaziele geben», sagte Christoph Bals von Germanwatch. Es müsse konkrete Ankündigungen von Zielen und Verhandlungen über Regeln der Umsetzung geben.
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Ein Eisberg schwimmt im Meer. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die G20-Staaten hätten sich verpflichtet, ihr Handeln in diesem Jahrzehnt zu beschleunigen, was auf die Nachbesserung und Umsetzung der Ziele für 2030 und transformative Langfriststrategien abziele.

«Damit ist das Rennen zur Klimaneutralität als Absichtserklärung von allen führenden Volkswirtschaften der Welt akzeptiert», sagte Bals.

Die G20-Staaten verpflichten sich zudem, ihren Energiesektor so umzugestalten, dass damit sich die Ziele des Pariser Abkommens einhalten liessen. Das bedeute nach dem Stand der Wissenschaft für Industrieländer einen Ausstieg aus der Kohle bis spätestens 2030 und für Schwellenländer bis 2040. Auch verpflichte sich die G20 erstmals, ab sofort die internationale Finanzierung für Kohle einzustellen, was einer «internationalen Ächtung» gleichkomme. «Enttäuschend bleibt die G20 aber beim Abbau der Subventionen für fossile Energien.»

Die Organisation Global Citizen meinte hingegen, der Gipfel von Rom werde als «verpasste Gelegenheit in die Geschichte eingehen». Zwar wurde erneut die Notwendigkeit beschleunigter Massnahmen sowohl zur Bekämpfung der Pandemie als auch der Klimakrise bekundet, doch seien keine konkreten Schritte vereinbart worden, sagte Rick Nagelschmidt.

«Hinsichtlich der Klimakrise scheinen die G20 die Notlage, in der wir uns befinden, nicht zu erkennen.» Sie hätten sich nicht auf Zeitpläne für einen Kohleausstieg oder einen Subventionierungsstopp fossiler Brennstoffe festgelegt. «Wir müssen die Emissionen bis 2030 halbieren und bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen», so Nagelschmidt. «Dass sich die G20 nicht auf solche grundlegenden Ziele geeinigt haben, ist gegenüber unserem Planeten und den Menschen schlicht fahrlässig.»

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