Gericht

    Gericht: Luftverschmutzung mit Schuld an Tod von Mädchen

    DPA
    DPA

    Grossbritannien,

    Ein Gerichtsmediziner erklärt im Urteil, dass «exzessive Luftverschmutzung» zum Asthma und dem späteren Tod einer Neunjährigen in London beigetragen habe. Erstmals könnte nun in Grossbritannien Luftverschmutzung auf einem Totenschein stehen.

    Rosamund Kissi-Debrah verlässt nach Beendigung der Untersuchung der Todesursache ihrer Tochter das Southwark Coroner's Gericht. Foto: Kirsty O'connor/PA Wire/dpa
    Rosamund Kissi-Debrah verlässt nach Beendigung der Untersuchung der Todesursache ihrer Tochter das Southwark Coroner's Gericht. Foto: Kirsty O'connor/PA Wire/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein britisches Gericht hat eine hohe Luftverschmutzung als mitverantwortlich für den Tod eines kleinen Mädchens bestätigt.

    Der Gerichtsmediziner Philip Barlow erklärte in seinem Urteil vor dem Southwark Coroner's Court in London, die neunjährige Ella Kissi-Debrah sei an Asthma gestorben und dazu habe «exzessive Luftverschmutzung» beigetragen, der das Mädchen jahrelang ausgesetzt gewesen sei.

    Die Entscheidung gilt als wegweisend, weil zum ersten Mal in Grossbritannien Luftverschmutzung als eine von mehreren Todesursache auf einem Totenschein stehen könnte. Der Southwark Coroner's Court entscheidet über Fälle aus einigen Bezirken Londons.

    Die kleine Ella war 2013 an einem Asthma-Anfall gestorben. Sie hatte mit ihrer Familie nur wenige Meter von der South Circular Road gelebt, einer der besonders stark befahrenen Strassen der Metropole. In den drei Jahren vor ihrem Tod musste das Mädchen fast 30 mal mit Anfällen ins Krankenhaus gebracht werden.

    An einer Messstation rund eine Meile (1,6 Kilometer) von Ellas Elternhaus entfernt waren Forschern zufolge in den Jahren vor ihrem Tod immer wieder Verschmutzungswerte gemessen worden, die die geltenden EU-Grenzwerte weit überstiegen. Ellas Mutter, Rosamund Kissi-Debrah, hatte lange für die Anerkennung der Verschmutzung als Grund für den Tod ihrer Tochter gekämpft. «Wir haben nun die Gerechtigkeit, die sie so verdient hat», sagte Kissi-Debrah am Mittwoch. Der Fall sei aber auch wichtig für viele andere Kinder, die noch immer in schlechter Luft herumliefen.

    Hohe Luftverschmutzung ist seit langem ein grosses Problem in der britischen Hauptstadt. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan begrüsste die Entscheidung als «bahnbrechend» und sagte, sie müsse zu einem «Wendepunkt» werden.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    herisa
    335 Interaktionen
    Gefahr
    Granit Xhaka
    302 Interaktionen
    Wende

    MEHR IN NEWS

    Schweizer Pass
    9 Interaktionen
    Ranking
    baby
    Unterschiede

    MEHR GERICHT

    1 Interaktionen
    St. Gallen
    Caffee Greco
    Kaffeehaus in Rom
    Kindergartenkinder Zürich Angriff
    Attacke auf Kinder

    MEHR AUS GROSSBRITANNIEN

    Ineos-Eigentümer Jim Ratcliffe
    1 Interaktionen
    Chemiekonzern
    burnham
    10 Interaktionen
    London
    Prinz Harry und Meghan
    88 Interaktionen
    Laut Insider
    charles
    54 Interaktionen
    Dianas Bruder