Gen Z kann sich kein Haus leisten, nun sollen Eltern zahlen
Der Traum vom Eigenheim platzt für viele Junge. In den USA springen nun Eltern ein, damit ihre Kinder überhaupt noch was kaufen können.

Das Wichtigste in Kürze
- Immer mehr US-Eltern helfen ihren Kindern beim Hauskauf.
- Gut jede fünfte Familie hat bereits Geld dafür gegeben.
- Fast ein Drittel gewichtet Hausgeld höher als College-Geld.
- Für viele Junge geht Wohneigentum kaum noch ohne Eltern.
Für viele junge Menschen rückt der Traum vom Eigenheim immer weiter weg. Die Immobilienpreise sind hoch, die Einstiegslöhne oft zu tief, und sichere Jobs nach dem Studium sind nicht mehr garantiert.
In den USA springen nun immer häufiger die Eltern ein. Viele US-Eltern wollen ihren Kindern beim Hauskauf helfen. Laut einer Studie des Finanzdienstleisters Northwestern Mutual wären 52 Prozent der Befragten dazu bereit. 22 Prozent haben dies bereits getan.
Eltern werden zur Hausbank
Besonders auffällig: Für manche Eltern ist die Anzahlung für ein Eigenheim inzwischen wichtiger als das klassische College-Geld.
29 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Unterstützung beim Hauskauf höher gewichten als die Finanzierung eines Studiums. Mehr als die Hälfte hält beides für gleich wichtig.
Ed Amos, Vermögensberater bei Northwestern Mutual, erklärt gegenüber dem US-Magazin «Fortune», warum viele Eltern umdenken: «Viele dieser Abschlüsse sind heute vielleicht nicht mehr so wertvoll wie früher.»
College verliert an Glanz
Hintergrund ist auch der schwierige Arbeitsmarkt für junge Menschen. Viele Studienabsolventinnen und Studienabsolventen finden nur schwer einen Job auf Einsteigerniveau.
Teilweise arbeiten sie in Berufen, für die eigentlich gar kein Hochschulabschluss nötig wäre. Gleichzeitig verändert der KI-Boom den Arbeitsmarkt zusätzlich. Gerade Büro- und Einstiegsjobs geraten unter Druck.
Für manche Familien wirkt ein Immobilienkauf deshalb greifbarer als ein teures Studium.
Amos nennt gegenüber «Fortune» ein Beispiel: Eine Familie half ihrem Kind beim Kauf eines Zweifamilienhauses. Das Kind wohnte in einer Hälfte selbst und vermietete die andere. Mit den Mieteinnahmen konnte es einen Teil der Finanzierung stemmen.
Wohneigentum bleibt schwer erreichbar
Die Schwierigkeit für junge Menschen, Wohneigentum zu erwerben, ist kein neues Phänomen. Schon seit Jahren berichten Medien darüber, dass die Generation Z mit besonders hohen Hürden beim Hauskauf konfrontiert ist.
Steigende Preise, hohe Kreditanforderungen und unsichere Arbeitsverhältnisse machen es schwer, ohne familiäre Unterstützung Eigentum zu erwerben.
In der Schweiz ist die Lage ähnlich angespannt. Die Immobilienpreise gehören zu den höchsten in Europa. Besonders in Städten wie Zürich, Genf oder Basel ist Wohneigentum für viele Normalverdienende kaum noch erschwinglich.
Nau.ch berichtete mehrfach über den Anstieg der Miet- und Kaufpreise sowie die Folgen für junge Haushalte.
Schenkung kann entscheidend sein
Wer seinen Kindern beim Kauf helfen will, setzt häufig auf eine Schenkung. Dadurch lässt sich die nötige Eigenkapitalquote schneller erreichen.
Gerade bei hohen Summen braucht es aber eine saubere Planung. Steuerliche Freibeträge, Fristen und rechtliche Fragen sollten früh geprüft werden.
Der Trend, dass Eltern ihren Kindern beim Hauskauf helfen, hat auch gesellschaftliche Folgen. Er begünstigt jene, die aus wohlhabenden Familien stammen.
Wer keine Eltern hat, die helfen können, hat es auf dem Immobilienmarkt deutlich schwerer. Experten sprechen dabei von einer wachsenden Vermögensungleichheit zwischen den Generationen.






















