Am Flughafen Berlin ist am Mittwoch eine deutsche Frau wegen Mitgliedschaft in der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) festgenommen worden.
Tatü-tata: Polizei mit Blaulicht
Tatü-tata: Polizei mit Blaulicht - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutsche Staatsbürgerin soll 2016 mit ihrem Sohn nach Syrien gereist sein.

Der Frau werde vorgeworfen, im Jahr 2016 mit ihrem damals minderjährigen Sohn zu ihrem Ehemann nach Syrien gereist zu sein, wie die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe am Mittwoch erklärte. Der Ehemann habe Deutschland bereits im Jahr 2015 verlassen, um sich dem IS anzuschliessen.

Nach ihrer Ankunft in Syrien soll sich auch die Verdächtige Stefanie A. dem IS angeschlossen haben. Laut Generalbundesanwaltschaft veranlasste die Frau gemeinsam mit ihrem Ehemann, dass ihr Sohn, der damals jünger als 15 Jahre alt war, in einem militärischen Ausbildungslager des IS Unterricht im Umgang mit Schusswaffen erhielt. Der Sohn wurde demnach aktiv bei militärischen Operationen des IS eingesetzt und im März 2018 bei einem Luftangriff getötet. A. soll auch selbst für den IS gekämpft haben. Für den Einsatz sei die Familie vom IS bezahlt worden.

A. und ihr Ehemann folgten dem IS laut Angaben des Bundesanwaltschaft in die syrische Stadt Baghus, wo beide festgenommen wurden. Die Beschuldigte soll am Donnerstag einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Der Frau werden Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland, die Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht und Kriegsverbrechen vorgeworfen.

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