Regierung

    Frankreichs Regierung will in Pullis und Jacken Vorbild sein

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Frankreich,

    Um ein Vorbild für die Bevölkerung im anstehenden Winter zu sein, zeigen sich hochrangige französische Politikerinnen und Politiker in Pullis und Jacken.

    Élisabeth Borne
    Élisabeth Borne - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die französische Regierung möchte ein Vorbild für die Bevölkerung sein.
    • Deshalb zeigt sich unter anderem die Premierministerin in Pullis und Steppjacken.
    • Im kommenden Winter müssen in Frankreich wohl die Heizungen runtergedreht werden.

    Frankreich muss sich in diesem Winter warm anziehen und die Heizung runterdrehen. In Pullover und Daunenjacken gehüllt, geht die Regierung in Paris seit einigen Tagen dabei als Vorbild voran. Premierministerin Élisabeth Borne erschien bei mehreren Terminen in Steppjacken, ebenso Energiewendeministerin Agnès Pannier-Runacher. Borne richtet seit Wochen Energiesparappelle an die Bevölkerung.

    Der sonst stets Anzug tragende Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire stieg unterdessen auf einen Rollkragen-Pulli um. Er postete auch gleich ein Bild von sich damit.

    «Sie werden mich nicht mehr mit einer Krawatte sehen, sondern mit einem Rollkragenpullover. Und ich denke, das wird sehr gut sein. Es wird uns erlauben, Energie zu sparen», sagte er dem Sender France Inter.

    Präsident Macron bleibt bei geschneiderten Anzügen

    Staatspräsident Emmanuel Macron bleibt im Moment bei seinen akkurat geschneiderten Anzügen. Im Pulli präsentierte er sich seinen Landsleuten aber vor knapp zwei Jahren in einer Videobotschaft während einer Corona-Erkrankung.

    Eine Pullover-Pflicht sei auch nicht erlassen worden, erfuhr der Sender BFMTV aus der Regierung. Im Gegenteil, Regierungssprecher Oliver Véran muss bei offiziellen Auftritten weiterhin Anzug und Krawatte tragen. Ansonsten greife aber auch er zum Pulli, beteuerte Véran.

    macron
    Der französische Präsident, Emmanuel Macron. - keystone

    Das Schaulaufen der Regierung in Winterklamotten bleibt nicht ohne Kritik. Von einer «Politik der Versager» sprach die rechtsnationale Politikerin Marine Le Pen. «Sie können nicht genug heizen? Dann sollen sie Kaschmir anziehen!»

    Der ehemalige Élyséeberater Gaspard Gantzer fand die Absicht zwar lobenswert, die Haltung aber paternalistisch, wie er BFMTV sagte. Die Politiker führten sich wie Eltern auf, die ihren Kindern erklärten, wie sie sich verhalten sollen.

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