Im Kampf gegen die weiterhin hohen Corona-Zahlen schliesst Frankreich seine Grenzen für Länder ausserhalb der Europäischen Union.
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Wegen der rasanten Ausbreitung der in Grossbritannien entdeckten Variante des Coronavirus hat neben anderen Staaten Frankreich die Grenzen zum Vereinigten Königreich geschlossen. - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Frankreich schliesst seine Grenzen zu Nicht-EU-Ländern.
  • Es sei die letzte Chance, einen erneuten Lockdown zu verhindern.
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Die Einreise aus und Ausreise in Länder ausserhalb der Staatengemeinschaft sei ab Sonntag verboten, sagte Premierminister Jean Castex am Freitagabend nach der Sitzung eines sanitären Verteidigungsrats in Paris.

Ausnahmen solle es nur bei triftigem Grund geben. Immer wieder war ein neuer Lockdown in den vergangenen Tagen ins Spiel gebracht worden. Castex kommentierte: «Wir können uns noch eine Chance geben, ihn zu verhindern

Letzte Chance

Der Premier kündigte zudem an, dass Ladenzentren mit mindestens 20 000 Quadratmetern Fläche ab Sonntag schliessen sollten - Geschäfte für Lebensmittel ausgenommen.

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Die Grenzschliessung sei die letzte Chance, einen erneuten Lockdown zu verhindern, so die französischen Behörden. - keystone

Ausserdem solle das mobile Arbeiten verstärkt werden. Am Montag wolle man mit Sozialpartnern über die genauen Modalitäten sprechen. Castex sagte ausserdem, dass Polizei und Gendarmerie stärker über die Einhaltung der Corona-Regeln wachen würden.

Derzeit gibt es im ganzen Land eine abendliche Ausgangssperre ab 18.00 Uhr. Die Menschen dürfen dann nicht mehr einkaufen oder spazieren gehen; auch Sport an der frischen Luft ist untersagt. Ausnahmen gelten zum Beispiel für den Arbeitsweg.

Gesundheitsminister skeptisch

Gesundheitsminister Olivier Véran hatte gesagt, die Regelung sei wirksam, aber reiche nicht aus, um das Virus einzudämmen - vor allem mit Blick auf die Virusmutationen. Geschäfte sind momentan geöffnet, Restaurants, Bars und Kulturbetriebe haben zu.

Olivier Veran, Gesundheitsminister von Frankreich, spricht mit medizinischen Mitarbeitern während eines Besuchs eines öffentlichen Krankenhauses. Foto: Christophe Simon/POOL AFP/AP/dpa
Olivier Veran, Gesundheitsminister von Frankreich, spricht mit medizinischen Mitarbeitern während eines Besuchs eines öffentlichen Krankenhauses. Foto: Christophe Simon/POOL AFP/AP/dpa - sda - Keystone/POOL AFP/AP/Christophe Simon

Castex appellierte: «Unsere Aufgabe ist es, alles einzusetzen, um einen neuen Lockdown zu verhindern. Und die nächsten Tage werden ausschlaggebend sein.» Die Virusmutationen brächten ein starkes Risiko mit sich, die Epidemie Fahrt aufnehmen zu lassen.

Die Corona-Krise hat Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern hart getroffen. Mehr als 3 Millionen Ansteckungen wurden registriert, etwa 75 600 Menschen starben nach einer Infektion. Zuletzt wurden täglich oft mehr als 20 000 neue Fälle gemeldet. Véran zufolge seien darunter pro Tag auch etwa 2000 Infektionen mit einer Virusmutation. Wie Castex sagte, wurden etwa 1,5 Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft.

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