Forderungen nach Reform der Päpstlichen Kinderschutzkommission
Drei ehemalige Mitglieder der päpstlichen Kinderschutzkomission fordern eine Reform. Die Komission gebe zu viele Schulungen und Informationen, so die Kritiker.

Das Wichtigste in Kürze
- Drei ehemalige Mitglieder fordern eine Reform der päpstlichen Kinderschutzorganisation.
- Die Gruppe müsse unabhängiger werden und sich öfters mit dem Papst treffen.
Drei frühere Mitglieder der Päpstlichen Kinderschutzkommission fordern eine Reform dieser Arbeitsgruppe. Darüber solle auch der vom Papst für Ende Februar einberufene Gipfel zum Thema Missbrauch beraten, schrieb die Nachrichtenagentur Kathpress.
Die früheren Kommissionsmitglieder Krysten Winter-Green, Catherine Bonnet und Marie Collins äusserten sich demnach dem US-Magazin «National Catholic Reporter» (Donnerstagsausgabe) gegenüber kritisch zur Entwicklung der Kinderschutzkommission. Diese müsse unabhängiger von der Kurie werden und sich öfter mit dem Papst treffen.
Anstatt strukturelle Reformen in der Kirche anzustossen, verlege die Kommission ihre Tätigkeit mehr und mehr auf Schulungen und Informationen für Bischöfe und andere kirchliche Mitarbeiter. Damit mache sie das, was das Kinderschutzzentrum an der Päpstlichen Universität Gregoriana auch tue, sagte Marie Collins.
Mehrfach Kritik geäussert
Die Irin hat bereits mehrfach das Vorgehen des Papstes und des Vatikan gegen den Missbrauch und Vertuschung als ungenügend und zu langsam kritisiert. Collins, die als Kind von einem Priester missbraucht worden war, gehörte der ersten, von Franziskus eingesetzten Kinderschutzkommission an.
Aus Ärger über zu wenig Kooperation der vatikanischen Behörden war Collins im Frühjahr 2017 ausgetreten. Die Neuseeländerin Krysten Winter-Green und die Französin Catherine Bonnet waren bei der Neubesetzung der Kommission im April 2018 nicht wieder ernannt worden.
Beratung des Papsts
Die im April 2018 neu zusammengesetzte zweite Päpstliche Kinderschutzkommission ist internationaler besetzt als die erste. Ihr gehören auch Opfer sexualisierter Gewalt an. Die Gruppe trifft sich zwei Mal im Jahr in Rom. Ihre Aufgaben sind laut Statut, den Papst zu beraten.
Weitere Aufgaben sind der Kontakt zu Betroffenen und Initiativen und Möglichkeiten, Minderjährige im kirchlichen Raum zu schützen. Auch geht es darum, kirchliche Leitlinien zu Prävention und Intervention zu verbessern und anzuwenden sowie Verantwortliche zu informieren und zu schulen.











