Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Corona-Krisenjahr 2020 weniger Gewinn gemacht. Der Überschuss sank von rund 2,4 Milliarden Euro im Vorjahr auf gut 1,6 Milliarden Euro.
Der Abend in Frankfurt am Main
In einem oberen Stockwerk der Europäischen Zentralbank (EZB) ist ein Bürotrakt nach Sonnenuntergang beleuchtet. (Symbolbild) - dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Den Rückgang von 722 Millionen Euro führte die Notenbank vor allem auf geringere Zinseinnahmen zurück, wie diese am Donnerstag mitteilte.

Der EZB-Gewinn wird komplett an die nationalen Notenbanken verteilt.

Ein Grossteil des EZB-Gewinns (1,26 Mrd.) wurde bereits am 29. Januar an die nationalen Notenbanken transferiert, die restlichen 383 Millionen Euro sollen an diesem Freitag fliessen. Auf die Deutsche Bundesbank entfallen entsprechend ihres Anteils am eingezahlten Kapital an der EZB etwas mehr als 26 Prozent.

Die EZB kauft seit Jahren Staats- und Unternehmensanleihen im Kampf gegen niedrige Inflation und zur Unterstützung der Konjunktur. Zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise legten die Währungshüter im vergangenen Jahr zudem ein milliardenschweres Notkaufprogramm für Staatsanleihen und Wertpapiere von Unternehmen (Pandemic Emergency Purchase Programme/PEPP) auf.

Die Nettozinserträge sanken 2020 auf 2,017 Milliarden Euro (2019: 2,686 Mrd). Zu den Zinseinnahmen gehören sowohl Erträge aus Dollar-Papieren als auch aus Wertpapieren, die die Notenbank erworben hat.

Die Gebühren, die die Notenbank für ihre Aufgaben als Aufsichtsbehörde erhält, verringerten sich gegenüber 2019 leicht um 2 Millionen Euro auf 535 Millionen Euro. Dies sei auf geringere Verwaltungsaufwendungen im Zusammenhang mit Aufsichtsaufgaben zurückzuführen. Die EZB ist seit November 2014 die zentrale Bankenaufsicht für die Geldinstitute im Euroraum mit seinen 19 Ländern.

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