EU

    Expertendialog empfiehlt Umbau der EU-Agrarpolitik

    DPA
    DPA

    Belgien,

    Vor dem Amtsantritt der neuen EU-Kommission gibt es bereits Vorschläge zur Änderung von Umweltauflagen nach lautem und teils gewaltsamem Protest der Bauern.

    Landwirte müssen sich an den Klimawandel anpassen, die EU-Agrarpolitik ebenfalls. (Archivbild)
    Landwirte müssen sich an den Klimawandel anpassen, die EU-Agrarpolitik ebenfalls. (Archivbild) - Jan Woitas/dpa/ZB

    Mehr Geld für Umwelt, Tierwohl und Bauern in Not: Ein von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ins Leben gerufener Expertendialog empfiehlt einen deutlichen Umbau der EU-Agrarpolitik. «Das derzeitige Konzept muss angepasst werden, um aktuellen und künftigen Herausforderungen gerecht zu werden», heisst es in einem Abschlussbericht des sogenannten Strategiedialogs. Mit Hunderten Milliarden Euro ist die EU-Agrarpolitik einer der grössten Posten im EU-Haushalt.

    «Kaum ein Sektor ist für unseren Kontinent so wichtig wie die Landwirtschaft», sagte Kommissionspräsidentin von der Leyen bei der Übergabe des Berichts in Brüssel. «Aber wir wissen, dass unsere Bauern mit vielen Herausforderungen konfrontiert sind. Sei es durch den sehr harten globalen Wettbewerb oder auch durch die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels.»

    Özdemir begrüsst Empfehlungen

    Konkret sollte sich die EU-Agrarpolitik nach Meinung der Expertengruppe stärker diejenigen Bäuerinnen und Bauern unterstützen, die Förderung am dringendsten benötigten. Zudem soll umweltfreundliches Handeln stärker belohnt werden, genauso wie Massnahmen, die Beschäftigten und dem Tierwohl zugutekommen. Zudem sollten bessere Rahmenbedingungen für lebenswerte ländliche Räume geschaffen werden. Die Empfehlungen der Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Einzelhandel, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sind rechtlich nicht verbindlich.

    Bundesagrarminister Cem Özdemir begrüsste die Vorschläge. «Die Bäuerinnen und Bauern erwarten zu Recht ansprechende Förderungen, damit sich ihr Einsatz für Umwelt, Artenschutz, Klima und Tierwohl auch finanziell auszahlt», teilte der Grünen-Politiker mit.

    Experten: Zeit für Veränderung ist jetzt

    Die Gruppe hatte ihre Arbeit im Januar mit dem Ziel aufgenommen, gemeinsame Lösungen für die Zukunft der Agrar- und Ernährungssysteme der EU zu entwickeln. Knapp 30 Vertreterinnen und Vertreter unter anderem aus dem Agrar- und Ernährungssektor sowie der Wissenschaft kamen mehrfach zusammen. Sie betonen, dass die Zeit für Veränderung jetzt sei. Zudem heisst es: «Der Umstieg auf eine ausgewogene, gesündere und nachhaltigere Ernährung ist für einen erfolgreichen Übergang unerlässlich.»

    Von der Leyen hatte den Strategiedialog bereits im September 2023 angekündigt. Bauern aus verschiedenen EU-Ländern – darunter aus Deutschland – hatten wiederholt zum Beispiel gegen EU-Umweltauflagen demonstriert. In Deutschland richteten sich die Proteste zwar vor allem gegen Kürzungen der Bundesregierung, Umweltauflagen aus Brüssel stehen aber immer wieder in der Kritik von Bauern. Bei den Protesten in Europa kam es zu Gewalt auf den Strassen.

    Landwirtschaft war auch während des Europawahlkampfs eines der grösseren Themen. Die wiedergewählte Kommissionspräsidentin von der Leyen hatte versprochen, in den ersten 100 Tagen ihrer neuen Amtszeit eine Vision für Landwirtschaft und Ernährung vorzustellen. Noch muss sie aber ihr Team zusammenstellen, so ist etwa unklar, wer künftig EU-Agrarkommissar oder -kommissarin wird.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    bauern brüssel
    7 Interaktionen
    Gegen EU-Agrarpolitik

    MEHR IN NEWS

    Frauenfeld TG
    Frauenfeld TG
    ragebait
    6 Interaktionen
    Vor «Peak»
    keller-sutter
    2 Interaktionen
    St. Gallen

    MEHR EU

    EU
    6 Interaktionen
    EU-Haushaltszoff
    China
    27 Interaktionen
    Peking
    EU-Kommission
    19 Interaktionen
    Tallinn/Riga/Vilnius

    MEHR AUS BELGIEN

    Brüssel
    3 Interaktionen
    Brüssel
    ai Anthropic
    3 Interaktionen
    Brüssel
    19 Interaktionen
    Brüssel
    Ursula von der Leyen
    34 Interaktionen
    Brüssel