Der nach dem Ibiza-Video von allen politischen Ämtern zurückgetretene ehemalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache verspürt nach eigenen Worten keine Genugtuung über den Sturz von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz.
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Sebastian Kurz (l), ehemaliger österreichischer Bundeskanzler (ÖVP), und der ehemalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) während des Pressefoyers im Rahmen einer Sitzung des Ministerrats im Bundeskanzleramt. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • «Das ist auch kein Grund für Schadenfreude», sagte der rechte Politiker am Montag dem Sender Puls 24.

«Man kann vielleicht festhalten, dass das, was Sebastian Kurz gesät hat, er auch geerntet hat», fügte er hinzu. Den Rücktritt des Kanzlers bezeichnete er als «Rücktrick», da Kurz im Gegensatz zu ihm weiterhin wichtige politische Funktionen ausübe.

Er habe den 35-Jährigen, der bald Vater wird, in einem kurzen Telefonat darauf hingewiesen, dass das Wichtigste im Leben die Familie sei. «Das ist letztlich der Sinn des Lebens», sagte Strache. Der 52-Jährige hatte in dem von «Süddeutscher Zeitung und »Spiegel« im Mai 2019 veröffentlichten Ibiza-Video anfällig für Korruption gewirkt. Wenn man seine damaligen Äusserungen mit den aktuellen Vorwürfen gegen Kurz vergleiche, sei Ibiza tatsächlich nur eine Insel, sagte Strache.

Gegen Kurz und sein Umfeld wird wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und Untreue ermittelt. Der Spitzenpolitiker soll seinen Aufstieg auch mit Hilfe von Steuergeldern und geschönten Umfragen arrangiert haben. Kurz bestreitet die Vorwürfe.

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