Europol sucht mit interaktiver Plattform nach den meistgesuchten Frauen der EU

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    Niederlande,

    Suchaktion mit Gruselfaktor: Die EU-Strafverfolgungsbehörde Europol erhofft sich von einer neuen interaktiven Plattform wichtige Hinweise auf den Verbleib der meistgesuchten Straftäterinnen der EU. Die am Freitag gestartete Kampagne «Crime has no gender» (Kriminalität hat kein Geschlecht) zielt zudem darauf ab, Menschen für von Frauen begangene Verbrechen zu sensibilisieren.

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    Europol teilte mit, dass bei einer internationalen Razzia gegen Darknet-Banden in zehn Ländern 270 Verdächtige festgenommen wurden. (Archivbild) - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Website listet schwere Verbrechen von Straftäterinnen auf.

    Oft trauten die Menschen Frauen schwere Straftaten nicht zu - dabei seien die von ihnen begangenen Verbrechen «genauso schwerwiegend wie jene von Männern begangenen», sagte Europol-Sprecherin Tine Hollevoet der Nachrichtenagentur AFP in Den Haag. Die auf der Plattform aufgeführten Straftäterinnen werden unter anderem wegen Mordes, Menschen- und Drogenhandels gesucht.

    Insgesamt sind auf der in düsteren Farben gehaltenen Website die Geschichten von 21 von EU-Staaten gesuchten Menschen aufgelistet. 18 von ihnen sind Frauen. Nutzer sehen zunächst nur das Bild eines maskierten Verdächtigen, das sie anklicken können. Während des Herunterscrollens erfahren sie, weshalb der oder die Verdächtige gesucht wird. Erst ganz zum Schluss wird das Geschlecht der gesuchten Person enthüllt.

    «Die Idee ist, so viele Besucher wie möglich anzusprechen», sagte Hollevoet. Die Erfahrung zeige, dass die Wahrscheinlichkeit, einen flüchtigen Kriminellen zu schnappen, grösser sei, wenn mehr Menschen das Bild des Gesuchten sähen.

    Unter den Verdächtigen ist etwa die Nigerianerin Jessica Edosomwan, die von Frankreich gesucht wird. Sie war geflohen, nachdem die Polizei 2007 in der Nähe von Lyon einen Prostitutionsring ausgehoben und 26 Menschen festgenommen hatte. Der Ring soll rund 60 Frauen unter falschen Versprechungen nach Frankreich gelockt und dort ausgebeutet haben. Edosomwan, der die Mitgliedschaft in dem Ring zur Last gelegt wird, wird in den Benelux-Ländern, Italien oder Deutschland vermutet.

    Eine Deutsche ist nicht unter den Gesuchten.

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