Europa wirbt Forschende aus Drittstaaten ab - auch die Schweiz
Der Europäische Forschungsrat hat im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizon Europe 319 Zuschüsse im Wert von 838 Millionen Euro vergeben. Dabei wurden 13 Forschende aus Drittstaaten nach Europa abgeworben.

Neun Forscherinnen und Forscher aus den USA sowie je zwei aus Kanada und Australien hätten vom Programm «Choose Europe for Science» («Wähle Europa für die Wissenschaft») Gebrauch gemacht, schrieb die Europäische Kommission am Dienstag in einer Mitteilung. Sie würden bis zu zwei Millionen Euro (rund 1,8 Millionen Franken) erhalten, um ihre Labore oder Forschungsteams in Europa aufzubauen.
Die 13 Forscherinnen und Forscher würden ihre Forschung in Deutschland, Frankreich, Spanien, Dänemark, Italien, Irland oder der Schweiz weiterführen, liess die Kommission auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA verlauten. Genauere Angaben zur Anzahl oder Herkunft der Personen, die in die Schweiz kämen, machte die Brüsseler Behörde aus Datenschutzgründen nicht.
Das Programm «Choose Europe for Science» wurde im Mai 2025 in Paris vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron und der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen vorgestellt, um insbesondere Forschende aus den USA nach Europa zu holen. In den USA gerät die akademische Freiheit unter US-Präsident Donald Trump unter Druck. Das Programm ist mit 500 Millionen Euro (rund 460 Millionen Franken) dotiert und erstreckt sich über die Jahre 2025 bis 2027.
Von den 319 Zuschüssen des Europäischen Forschungsrats gingen 32 an Forschungsprojekte in der Schweiz. Einzig nach Grossbritannien (62) und nach Deutschland (46) gingen mehr Zuschüsse, wie den Unterlagen des Forschungsrats zu entnehmen war.
Vergeben wurden sogenannte «Advanced Grants». Diese Fördermittel ermöglichen es gemäss der Europäischen Kommission erfahrenen Wissenschaftlern, risikoreiche, aber vielversprechende Forschungsprojekte zu verfolgen, die das Potenzial für bahnbrechende Entdeckungen bergen.










