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    EU-Parlament stimmt schwächeren Umweltauflagen für Bauern zu

    Keystone-SDA
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    Frankreich,

    Das EU-Parlament gibt grünes Licht für gelockerte Umweltauflagen in der Landwirtschaft.

    Bauern demonstrieren
    Bauernproteste in Berlin – Tausende Landwirte auf der Strasse. (Archivbild) - keystone

    Nach wochenlangen Bauernprotesten in ganz Europa: Das EU-Parlament hat den Weg für abgeschwächte Umweltauflagen in der Landwirtschaft frei gemacht. Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch in Strassburg dafür, dass Bäuerinnen und Bauern bei der Erfüllung von Umweltvorschriften mehr Flexibilität zugestanden werden kann. Bei den Plänen geht es unter anderem um Standards, die für guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand von Böden sorgen sollen.

    Grundsätzlich müssen sich Landwirte an diese halten, um von den milliardenschweren EU-Agrarsubventionen zu profitieren. Dabei handelt es sich etwa um Vorgaben für Brachflächen und Fruchtfolgen, mit denen sichergestellt werden soll, dass Böden durch die landwirtschaftliche Nutzung nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Bisher sind Bauern beispielsweise dazu verpflichtet, einen Teil ihrer Ackerfläche brachzulegen oder unproduktiv zu nutzen.

    Künftig Freiwilligkeit statt Pflicht

    Künftig soll dies nur noch freiwillig gemacht werden müssen. Die EU-Staaten sollen wiederum die Landwirte belohnen, die trotz der Lockerungen Land brachliegen lassen. Die Pläne sehen auch vor, dass kleine landwirtschaftliche Betriebe von Kontrollen und Sanktionen im Zusammenhang mit Umweltanforderungen ausgenommen werden können. Schon länger machen Bauern und Bäuerinnen Druck auf die Politik – unter anderem beklagen sie zu viel Bürokratie.

    Zu Beginn des Jahres gingen sie in vielen EU-Ländern auf die Strasse und demonstrierten teils gewaltvoll. Der Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses im Europaparlament, Norbert Lins, lobte die Abstimmung als «grossen Erfolg für die europäische Landwirtschaft». Man habe die Proteste der Landwirtinnen und Landwirte gehört und geliefert.

    Kritik von den Grünen

    Die Grünen-Politikerin Jutta Paulus kritisierte dagegen: «Nicht die Bauern profitieren hiervon, sondern die Düngemittel- und Pestizidindustrie.» Die Abstimmung sei ein «Schlag ins Gesicht der Wissenschaft». Die EU-Staaten müssen noch zustimmen, das gilt aber als sehr wahrscheinlich.

    Die neuen Auflagen könnten bereits in diesem Jahr Anwendung finden. Das von der Kommission vorgeschlagene Vorhaben wurde in einem Eilverfahren durch das Parlament gebracht.

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