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EU-Gericht rügt Tiroler Beschränkungen am Brenner

Keystone-SDA
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Luxemburg,

Mehrere österreichische Verbotsregeln für Lkws auf der Brennerroute verstossen einem Gutachten des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zufolge gegen EU-Recht. Nach Ansicht von Generalanwalt Manuel Campos Sánchez-Bordona sind das Nacht- und Winterfahrverbot sowie Einschränkungen bei bestimmten Gütertransporten rechtswidrig.

Brenner
Auf einem Parkplatz an der A93 stehen Lastwagen hinter einem Wegweiser zum Brenner. - keystone

Die umstrittenen Blockabfertigungen seien dagegen nicht zu beanstanden, hiess es. Ein Urteil folgt erst später, die Richterinnen und Richter in Luxemburg müssen sich dabei nicht an die Schlussanträge halten.

Italien hatte Österreich vor dem EuGH verklagt, weil es die vier in Tirol eingeführten Massnahmen für Lkws auf der Inntal- und der Brennerautobahn für rechtswidrig hält. Österreich begründet die Fahrbeschränkungen mit dem Schutz von Umwelt, Gesundheit und Verkehrssicherheit.

Das Nachtfahrverbot ist aus Sicht des Gutachters nicht geeignet, das angestrebte Ziel zu erreichen, weil es den Verkehr nicht auf alternative Strecken umleite, sondern ihn lediglich auf Tageszeiten verlagere. Das Winterfahrverbot sei diskriminierend, weil es je nach Endziel eines Fahrzeugs angewendet werde. Beim sektoralen Fahrverbot für bestimmte Güter hätte Österreich mittlerweile prüfen müssen, ob die Massnahme hätte gelockert werden können. Dagegen sei eine Begrenzung der Anzahl der Lkws, die einfahren dürfen, auf höchstens 300 pro Stunde – auch Blockabfertigung oder «Dosierung» genannt – in Ordnung, wenn sie in einer blossen Geschwindigkeitsbegrenzung bestehe.

Der Brenner gilt als wichtigste Nord-Süd-Verbindung der Alpen. Er spielt für die Wirtschaft und die Reisenden von und nach Italien eine zentrale Rolle, ist jedoch chronisch überlastet. Zuletzt hatte eine mehrstündige Sperre des gesamten Brenner-Korridors für Aufsehen gesorgt. Ausserdem soll die Zugstrecke über den Brennerpass ab Mitte Juli für zwei Wochen gesperrt werden.

Der Verkehr auf der Route über den Brenner nahm im ersten Halbjahr weiter zu. Nach einer Bilanz des österreichischen Autobahnbetreibers Asfinag wurden an der Mautstelle Schönberg 6,57 Millionen Fahrzeuge gezählt, ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bei den Lastwagen fiel der Zuwachs mit knapp 3,6 Prozent noch deutlicher aus.

Angesichts der Bedeutung des Brenners räumte der österreichische Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) ein, dass die Diskussion um die Tiroler Massnahmen langfristig nur im Dialog mit den Nachbarstaaten Deutschland und Italien gelöst werden könne. In einigen Jahren soll der Brenner-Basistunnel, der längste Eisenbahntunnel der Welt, für Entlastung sorgen.

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