ESC 2027 – AVROTROS boykottiert den Wettbewerb erneut

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    Bulgarien,

    Beim ESC 2027 verzichtet AVROTROS erneut auf die Teilnahme. Der Sender kritisiert Israels Beteiligung und die politische Neutralität des Wettbewerbs.

    ESC 2027
    ESC 2027 sorgt bereits vor dem Wettbewerb in Burgas für Schlagzeilen. (Symbolbild) - keystone

    AVROTROS wird auch 2027 nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen, berichtet die «Frankfurter Rundschau». Der niederländische Sender begründet den Rückzug mit Israels Teilnahme, dem Krieg in Gaza und Zweifeln an der politischen Neutralität.

    AVROTROS-Generaldirektor Taco Zimmerman sieht internationale Konflikte zunehmend als Belastung für den Wettbewerb. Der ESC sei deshalb zu einer «Plattform der Spaltung» geworden, erklärte Zimmerman laut der «Frankfurter Rundschau».

    Der Sender verweist zudem auf das humanitäre Leid in Gaza und Einschränkungen der Pressefreiheit. Eine Teilnahme gemeinsam mit dem israelischen Sender KAN sei deshalb nicht mit den Werten von AVROTROS vereinbar.

    Niederlande fordern klare Regeln

    AVROTROS fordert von der Europäischen Rundfunkunion klare und einheitliche Regeln für Konfliktstaaten. Der Sender kritisiert weiterhin fehlende Kriterien für mögliche Ausschlüsse bei bewaffneten Konflikten.

    Die EBU hat ihre Regeln für die Austragung des Wettbewerbs inzwischen verändert. Bei Sicherheitsrisiken durch bewaffnete Konflikte oder eine sensible geopolitische Lage kann einem Sieger die Austragung verweigert werden.

    Sollten weitere Länder den ESC 2027 boykottieren?

    Die neuen Bestimmungen schliessen betroffene Länder jedoch nicht von der Teilnahme aus. Israel bleibt beim ESC 2027 zugelassen, während AVROTROS die Änderungen als nicht ausreichend bezeichnet.

    Burgas richtet den ESC 2027 aus

    Der ESC 2027 findet in der bulgarischen Küstenstadt Burgas am Schwarzen Meer statt. Das Finale soll am 15. Mai 2027 ausgetragen werden, schreibt die «ZDFheute».

    Die Arena Burgas bietet rund 12'000 Menschen Platz. Burgas setzte sich bei der Auswahl gegen Sofia durch, während auch Plowdiw und Warna Interesse gezeigt hatten.

    Beim ESC 2027 gibt es zudem eine Premiere: Kanada nimmt erstmals am Wettbewerb teil. Der kanadische Sender CBC/Radio-Canada öffnet dafür am 31. August sein Bewerbungsportal, berichtet die «ESC kompakt».

    Kanada sucht seinen ersten ESC-Act

    Die Bewerbungsphase endet am 9. September. Ausgewählte Acts sollen einen Song ihrer Wahl live singen, bevor Jury und Online-Publikum über den Sieger entscheiden.

    Erst nach der Auswahl des kanadischen Vertreters soll der konkrete ESC-Song entwickelt werden. Das Verfahren erinnert damit eher an eine digitale Auswahl als an einen klassischen Live-Vorentscheid.

    ESC 2027
    Der ESC 2027 findet am 15. Mai in der bulgarischen Küstenstadt Burgas statt. (Symbolbild) - keystone

    Zu den bekannten Interessenten gehören Énola Bédard, bbno$, Tyler Shaw, Sophie Powers und TALK. Besonders Bédard bringt eine grosse internationale Fangemeinde und Erfahrung als Tänzerin mit.

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    Kommentare

    User #5676 (nicht angemeldet)

    Abschaffen, der ESC ist zum politischen Missbrauchsinstrument verkommen!

    HaHa

    Sollten weiter Länder den ESC boykottieren? Nein, der ganze Anlass sollte liquidiert werden. Erstens gibt es einige Länder, welche nicht in Europa heimisch sind und trotzdem mitmachen dürfen. Zweitens ist das ganze Bewertungssystem trotz Anpassungen zweifelhaft - und das war es schon immer. Und drittens ist der Wettbewerb nicht mehr zeitgerecht. Meine Meinung.

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