Es gibt Probleme: Wal-Rettung gestaltet sich schwierig
Vier Wochen Stillstand vor Poel: Heute soll Buckelwal Timmy auf einen Lastkahn verladen und Richtung Nordsee gebracht werden. Doch der Plan ist heikel.

Das Wichtigste in Kürze
- Heute soll Buckelwal Timmy nach vier Wochen vor Poel Richtung Nordsee gebracht werden.
- Eine private Initiative will den Wal mit einem Gurt vorwärts in einen Lastkahn lotsen.
- Wissenschaftler warnen vor enormem Stress – zumindest das Wetter spielt mit.
Vier Wochen liegt Buckelwal Timmy bereits in einem flachen Seitenarm der Wismarbucht. Heute soll seine Reise Richtung Nordsee endlich beginnen.
Eine private Initiative will den zwölf Tonnen schweren Meeressäuger lebend auf einen Lastkahn verladen. Doch der Plan ist riskant, das Wetter immerhin günstig.
Im Nau.ch-Ticker informieren wir laufend über die neusten Entwicklungen.
Wal um 180 Grad gedreht
13.21: Den Helfenden ist es gelungen, den gestrandeten Buckelwal um 180 Grad in die richtige Position zu drehen. Nun soll er in die Barge geführt werden, berichtet die «Bild».

Mit dieser soll der Wal den Weg aus der Ostsee in die Nordsee finden. Ob das jedoch gelingt, ist ungewiss.
Rettung sorgt nicht nur für Beifall
13.02: Gegenüber der «Bild Zeitung» äussert sich Meeresbiologe und Wal-Experte Fabian Ritter skeptisch zur Rettungsaktion.

Dass mit Gurten am Wal gezogen werde, sei schwer mitanzusehen, so der Experte. Zudem sei ein No-Go – das Anheben der Schwanzflosse von Menschenhand – zu beobachten gewesen.
Die Rettungsaktion fasst Ritter wie folgt zusammen: «Das sieht gruselig aus.»
Wal-Rettung läuft nur schleppend
12.49: Die Rettung des gestrandeten Buckelwals gestaltet sich schwierig.
Laut der «Bild» soll es zu Problemen gekommen sein, weil der Wal nicht mithelfe. Aktuell wird mit Gurten versucht, den tonnenschweren Meeressäuger in die richtige Richtung zu ziehen.

Danach soll der Buckelwal in die Barke gezogen werden, die ihm den Weg in die Freiheit ebnen soll. Ob das jedoch gelingt, ist im Moment noch unklar.
Bergung von Buckelwal möglichst bis zum Abend
11.31: Der Umweltminister des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, gibt sich optimistisch. «Bis Sonnenuntergang sollte es möglichst gelungen sein, den Wal auf der Barge zu haben», sagte er in Kirchdorf.

Auch Karin Walter-Mommert, eine Geldgeberin der privaten Initiative, sagte: «Wir wollen heute fertig werden.»
Mit Blick auf einen möglichen Erfolg meinte Backhaus: «Für mich wäre es mit eines meiner schönsten Erlebnisse in meinem Leben.»
Tierärzte: Wal ist transportfähig – Bergung kann starten
10.03: Die entscheidende Phase des Rettungsversuchs des in der Ostsee gestrandeten Buckelwals kann beginnen.
Die Tierärzte der privaten Initiative halten das Tier für transportfähig. Das sagte der Umweltminister des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus.

Die Regierung des nordostdeutschen Bundeslandes gab zudem grünes Licht dafür, dass Gurte genutzt werden dürfen. Mit ihnen soll der rund zwölf Tonnen schwere Wal durch eine gebaggerte Rinne zum mit Wasser gefüllten Transportkahn geführt werden.
Helfende beim Wal – Rettung startet bald
08.08: Auf der Insel Poel kommt Bewegung in die Rettungsaktion für den gestrandeten Buckelwal.
Mehrere Helfende sind beim Wal angekommen, immer mehr Boote fahren zu ihm hinaus.

Offenbar wird das Tier noch einmal begutachtet, ehe die Rettungsaktion startet. Das vermeldet die «Bild». Auch neue Tücher werden platziert. Diese schützen die angegriffene Haut des Wals.
Derweil mahnt Umweltminister Till Backhaus: «Es kann alles passieren. Aber heute ist der Tag der Entscheidung.»
Umweltminister hofft auf Hilfe von oben
08.04: Für die Wal-Rettung ist auch Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, vor Ort.
Gegenüber der «Bild Zeitung» sagt er am frühen Morgen: «Wir brauchen Glück.»

Er hoffe, dass «der liebe Herrgott oder wer auch immer daran beteiligt ist» ein Einsehen habe. Und dass dieses Problem jetzt gelöst werden könne.
Denn die Rettung des Wals ist für den Minister eine Herzensangelegenheit: «Für mich wäre es eines meiner schönsten Erlebnisse in meinem Leben.»
Wetter spielt mit
06.00: Sollte der Transport tatsächlich starten, ist immerhin das Wetter auf Timmys Seite.
Richtung Schleswig-Holstein werden für Dienstag laut Seewetteramt des DWD nur Winde bis Stärke 4 erwartet.

Der Mittwoch werde in der Region «total schwachwindig», sagte ein Meteorologe.
Auch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie rechnet vor Poel vorerst mit keinen aussergewöhnlichen Pegelschwankungen.
Heute soll der Tag der Rettung sein
05.00: Wenn alles nach Plan läuft, tritt Timmy heute seine Reise Richtung Nordsee an.
Lebend, samt Wasser an Bord eines Lastkahns, mit dem normalerweise Schiffe transportiert werden. Auf Livestreams im Internet war am Morgen zu sehen, dass der Wal kleine Fontänen ausstösst und atmet.
Den Grosswal in die sogenannte Barge zu bekommen, dürfte allerdings kniffelig werden.

Ursprünglich wollte das Team das Tier rückwärts mittels einer Plane in das schwimmende Becken bugsieren.
Am Vortag gab die beteiligte Tierärztin Kirsten Tönnies eine Planänderung bekannt: Der Wal soll nun vorwärts mittels eines Gurtes in die Barge gelenkt werden.
Tönnies versicherte, das Tier werde dabei nicht überbeansprucht. Oliver Bartelt von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ergänzte, der Wal werde sich «floatend bewegen» und nicht über Sand gezogen.

Bis zuletzt war allerdings offen, ob es überhaupt zum Versuch kommt. Denn: Bis zum späten Nachmittag des Vortags waren keine Unterlagen für den Einsatz des Gurtes eingereicht worden.
Das Ministerium betonte, es gehe nicht um Genehmigungen, sondern um die Frage der Duldung.












