Das höchste französische Verwaltungsgericht hat die Endlagerung giftigen Mülls in der umstrittenen elsässischen Untertagedeponie «Stocamine» gestoppt.
Elsass
Die Rauchsäule als die Deponie im Elsass brannte. - Nau

Das Wichtigste in Kürze

  • Jahrelang musste man Giftmüll in der Deponie «Stocamine» im Elsass entsorgen.
  • Jetzt wurde beschlossen endgültig mit der Lagerung aufzuhören.
  • Nun müssen Lösungen, die für alle tragbar sind, gefunden werden.

Der höchste französische Verwaltungsgerichtshof hat die Endlagerung von Giftmüll in der Deponie «Stocamine» gestoppt. Nun müssen Lösungen gesucht werden.

Nach der Klage von 60 Politikern und der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass erklärte der Verwaltungsrat in Paris die Pläne. Die Abfälle sollten auf Dauer in der ehemaligen Mine bleiben. Am Mittwoch wurden diese Pläne für nichtig erklärt.

In der Deponie Stocamine in Wittelsheim nahe Mulhouse wurde seit 1999 gegen den Protest von Umweltschützern und Bürgerinitiativen Giftmüll gelagert. Dabei hanelt es sich um Substanzen wie Zyankali, Arsen und Quecksilber. 2002 brach in 535 Metern Tiefe ein Feuer aus, das erst nach Tagen gelöscht werden konnte. Seither ist die Anlage geschlossen.

Der Giftmüll droht bei einer Bergung ins Grundwasser zu sickern

Die Deponie war auf bis zu 320'000 Tonnen giftigen Mülls ausgelegt. Zuletzt befanden sich knapp 42'000 Tonnen Müll darin. Umweltschützer fürchten, dass aus der Mine Giftstoffe ins Grundwasser gelangen. Die Präfektur hatte stets argumentiert, es sei riskanter, die Abfälle zu bergen, als sie unterirdisch abzuschirmen.

Die Europäische Gebietskörperschaft Elsass rief den Staat nach dem Gerichtsentscheid am Mittwoch auf, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Es gehe darum, industrielle Verfahren zur Verarbeitung der Abfälle zu finden.

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