Rekordzahl an Migranten beantragt Aufenthalt in Spanien
Weit mehr Migranten als erwartet wollen in Spanien bleiben: Das Sonderprogramm endet mit rund 1,3 Millionen Anträgen.

Spaniens aussergewöhnliches Programm zur Legalisierung von Migranten ohne gültige Papiere ist am Dienstag ausgelaufen. Wie der «Tagesspiegel» berichtet, sind nach Daten der Erfassungsplattform «Mercurio» rund 1,3 Millionen Anträge eingegangen.
Damit übertrifft die Zahl der Migranten, die einen legalen Status anstreben, die ursprüngliche Schätzung der Regierung um ein Vielfaches. Geplant war ursprünglich, rund eine halbe Million Menschen aus der Schattenwirtschaft zu holen.
Mitte Juni hatten laut dem «SRF» bereits über 900'000 Personen ihren Antrag eingereicht. Die Zahl liege weit über den ursprünglich erwarteten 500'000 Gesuchen, mit denen das Migrationsministerium gerechnet habe.
Herkunft und Voraussetzungen der Antragsteller
Laut dem «SRF» stammen rund 90 Prozent der antragstellenden Migranten aus Lateinamerika. Die übrigen rund 10 Prozent kommen aus Afrika und Asien, die meisten Betroffenen sind zwischen 25 und 44 Jahre alt.
Anspruch auf eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis hat, wer bis Ende 2025 mindestens fünf Monate ununterbrochen in Spanien gelebt hat. Zusätzlich darf in den vergangenen fünf Jahren keine Straftat begangen worden sein.
Die Erlaubnis gilt zunächst für ein Jahr und ist auf Spanien beschränkt. Wer Migranten betreffende Auflagen erfüllt, kann anschliessend eine definitive Aufenthaltsgenehmigung beantragen.
Frühere Massenlegalisierung von Migranten
Es ist laut dem «ORF» nicht die erste Massenlegalisierung von Migranten in Spanien. Bereits der konservative Regierungschef José María Aznar initiierte zwischen 1996 und 2001 drei vergleichbare Verfahren.
Während seiner Amtszeit erhielten rund 524'000 Einwanderer aus Nicht-EU-Staaten eine Aufenthaltsgenehmigung. 2005 folgte unter dem Sozialisten José Luis Rodríguez Zapatero ein weiteres grosses Verfahren mit über 576'000 legalisierten Migranten.
Kritik kommt von der konservativen Volkspartei PP, die ursprünglich eine Volksinitiative für die Reform mitgetragen hatte. Mittlerweile fürchten die Christdemokraten eine Überlastung der Behörden durch die hohe Migrantenzahl, schreibt der «Tagesspiegel».
Hürden bei der Antragstellung
Der «Tagesspiegel» berichtet zudem, dass viele Antragstellende auf strafrechtliche Führungszeugnisse aus ihren Herkunftsländern warten mussten.

Wer das Dokument nicht rechtzeitig vorlegen konnte, durfte den Antrag dennoch fristgerecht einreichen.
Dem spanischen Staat verbleiben nun drei Monate, um die fehlenden Unterlagen auf diplomatischem Weg nachzuholen. Ohne ein sauberes Führungszeugnis wird der Antrag am Ende jedoch abgelehnt.












