Alarm in Portugal und Spanien wegen Sturmtief «Marta»

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Bern,

In Teilen Portugals und in Südspanien haben die Behörden angesichts eines weiteren Sturmtiefs die zweithöchste Unwetterwarnstufe Orange ausgelöst. Grund waren Starkregen, Orkanböen und hohe Wellen an den Küsten. Das Atlantiktief «Marta» traf am Morgen auf Portugal und machte sich anschliessend auch in Spanien vor allem in Andalusien und Extremadura bemerkbar.

Ein Anwohner geht eine überflutete Straße entlang, nachdem der Fluss Sado nach heftigen Regenfällen in Alcácer do Sal, Südportugal, über die Ufer getreten ist. Foto: Ana Brigida/A...
Ein Anwohner geht eine überflutete Straße entlang, nachdem der Fluss Sado nach heftigen Regenfällen in Alcácer do Sal, Südportugal, über die Ufer getreten ist. Foto: Ana Brigida/A... - Keystone/AP/Ana Brigida

Erst am Mittwoch und Donnerstag war die Region von dem Sturm «Leonardo» heimgesucht worden. In Spanien kam dabei eine Frau in einem Fluss in der Region Málaga ums Leben, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. In Portugal gab es seit vergangener Woche insgesamt 13 Tote durch eine ganze Reihe von Stürmen. In beiden Ländern wurde das Militär zur Unterstützung der zivilen Katastrophenschutzkräfte hinzugezogen.

Die neuen heftigen Regenfälle dürften die Lage in beiden Ländern weiter verschärfen, wo wegen ungewöhnlich vieler Unwetter der vergangenen Wochen schon weite Landstriche unter Wasser stehen, Stauseen am Limit sind und Flüsse über die Ufer treten. Die Böden sind bereits gesättigt und können kein weiteres Wasser mehr aufnehmen. In Spanien wurden insgesamt etwa 11.000 Menschen evakuiert, in Portugal den Berichten zufolge rund 1.000 Bewohner niedrig gelegener Regionen.

In dem Gebirgsort Grazalema in Andalusien wurden sogar Erschütterungen wie bei einem Erdbeben durch Wassermassen registriert, die im Untergrund aus höheren Lagen unter die Stadt flossen. Die gesamte Kleinstadt musste wegen Einsturzgefahr geräumt werden. In Medien war von einem seltenen Phänomen eines «Hidroseísmo» die Rede, was sich als Wasserbeben übersetzen liesse.

Die Schäden vor allem in Portugal durch den Extremsturm «Kristin» in der vergangenen Woche gehen offiziellen Angaben zufolge schon in die Milliarden. Die Überschwemmungen und Orkanwinde zerstörten Häuser, Strassen und Schienen wurden durch Erdrutsche unpassierbar und in der Landwirtschaft gab es enorme Schäden, wie der staatliche TV-Sender RTP berichtete.

Meteorologen erklären die ungewöhnliche Serie an Winterstürmen in dieser sonst eher für Trockenheit bekannten Region mit einer seltenen Wetterlage über dem Atlantik. Ein Hochdruckgebiet über Grönland und Island habe sich weiter als sonst nach Süden ausgebreitet. Dadurch befinde sich auch ein normalerweise bei den Azoren liegendes Hoch zurzeit weiter südlich, wodurch Atlantiktiefs, die sonst eher Grossbritannien und Deutschland träfen, nun weiter südlich durchzögen.

Mehr zum Thema:

Kommentare

Weiterlesen

Franjo
119 Interaktionen
Olympiasieger
Coop
174 Interaktionen
Trotz-Reaktion

MEHR AUS STADT BERN

Polizei Reitschule
21 Interaktionen
Bern
YB
3 Interaktionen
Lunde-Kolumne
Regierungsratswahl Aline Trede
11 Interaktionen
Regierungsratswahl
Frau Porträtfoto blau blond
Rossfeld-Direktorin