Drosten: Corona-Mutation jetzt noch im Keim ersticken

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    Deutschland,

    Sorgt die zunächst in Grossbritannien beschriebene Corona-Mutation in Deutschland schon für viele Ansteckungen? Und ist sie noch zu stoppen? Unter anderem über diese Themen hat Christian Drosten im Podcast gesprochen.

    Virologe Christian Drosten informiert, wie die Ausbreitung der Mutante verhindert werden kann. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
    Virologe Christian Drosten informiert, wie die Ausbreitung der Mutante verhindert werden kann. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Virologe Christian Drosten geht in Deutschland von einer bislang geringen Verbreitung der ansteckenderen Corona-Variante aus, die zunächst in Grossbritannien entdeckt wurde.

    Er sehe jetzt ein Zeitfenster, um die Ausbreitung hierzulande im Keim zu ersticken, sagte der Experte für Coronaviren von der Berliner Charité im Podcast «Coronavirus-Update» bei NDR-Info. «Wir müssen jetzt was machen, wenn wir speziell das Aufkeimen der Mutante in Deutschland noch beeinflussen wollen. Später kann man das nicht mehr gut machen, dann ist es zu spät.» In Grossbritannien hätten Lockdown-Massnahmen bereits Effekte gezeigt.

    Anhand nun vorliegender Daten ist für den Virologen anzunehmen, dass die Variante tatsächlich ansteckender ist als frühere Formen. «Wir haben den Befund auf dem Tisch. Wir haben es mit einer Mutante zu tun, die sich schneller verbreitet. Das quantitative Ausmass, das muss man tatsächlich noch mal diskutieren.» Die Variante ist nach Einschätzung Drostens um einen kleineren Prozentsatz ansteckender als zunächst angenommen - anfangs war von 50 bis 70 Prozent im Vergleich zu früheren Formen die Rede.

    Nachdem zuletzt eine starke Ausbreitung bestimmter Corona-Varianten im Ausland beobachtet wurde, wird nun auch in Deutschland verstärkt danach gesucht. Das gilt aber nicht für jede Probe. Drosten geht von eingeschleppten Fällen vor allem über die Weihnachtstage aus. Die in Grossbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 etwa wurde laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher in 20 Fällen in sechs Bundesländern nachgewiesen (Stand 17.1., 00:00 Uhr).

    Drosten sagte, noch würden Daten zusammengetragen, in den kommenden Wochen lasse sich mehr über die Situation hierzulande sagen. Nach seiner Schätzung mache die Mutante ungefähr ein Prozent oder weniger der Fälle in Deutschland aus.

    Generell betonte Drosten, dass Virusmutationen normal seien und auch nicht zwangsläufig mit relevanten Veränderungen der Eigenschaften einhergehen. Auch er kenne natürlich nicht alle Corona-Varianten.

    Über den leichten Rückgang der Corona-Infektionszahlen in Deutschland sagte der Virologe, der Trend sei vermutlich «jetzt so langsam echt» und nicht mehr durch die Feiertage verzerrt. Über Weihnachten und Silvester war zum Beispiel deutlich weniger getestet worden, manche Behörden meldeten zudem ihre Daten mit Verzug ans RKI. Deshalb galten die Zahlen als schwer zu interpretieren.

    Die Fallzahlen könnten nicht nur exponentiell wachsen, sondern mittels Eindämmungsmassnahmen auch exponentiell sinken, bekräftigte Drosten. Selbst minimal erscheinende Veränderungen der Reproduktionszahl hätten grosse Auswirkungen: Liege der R-Wert bei 0,9, dauere es nach einer Faustformel etwa einen Monat, bis sich die Zahl der Infizierten halbiere - bei einem R-Wert von 0,7 nur eine Woche. Der R-Wert beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Mittel ansteckt. Derzeit liegt er laut RKI-Angaben bei 0,87.

    Bund und Länder hatten nach mehrstündigen Beratungen die bestehenden Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bis zum 14. Februar verlängert. Die oft genutzten Alltagsmasken aus Stoff reichen künftig vielerorts nicht mehr aus. In Bus und Bahn sowie beim Einkaufen müssen die besser schützenden FFP2-Masken oder OP-Masken getragen werden.

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