Drachenfest nach rund zwei Jahrzehnten zurück in Pakistan
Ein beliebtes Drachenfest ist nach fast zwei Jahrzehnten Pause in Pakistan zurückgekehrt. Die als «Basant» bekannte Veranstaltung wurde erstmals wieder nach ihrem letzten Verbot im Jahr 2007 in der Kulturmetropole Lahore im Osten des südasiatischen Landes abgehalten. Die jahrhundertealte Tradition markiert den Beginn des Frühlings, war in der Vergangenheit aber immer wieder von tragischen Todesfällen überschattet worden.

Der Himmel über Lahore verwandelte sich in den vergangenen Tagen in ein farbenprächtiges Mosaik, als Zehntausende von den Dächern aus ihre Drachen steigen liessen. Auf den Strassen herrschte seit Donnerstag geschäftiges Treiben mit kleinen Küchen und Marktständen, während Besucher aus ganz Pakistan und dem Ausland das Spektakel verfolgten.
Überschattet wurde der Beginn des Fests von einem Selbstmordanschlag nahe der rund 350 Kilometer entfernten Hauptstadt Islamabad. Unter den Gästen herrschte trotz scharfer Sicherheitsvorkehrungen eine gelassene Stimmung. Viele wollten nicht zulassen, dass Terror den öffentlichen Raum bestimmt und ihnen Momente gemeinsamer Freude sowie kultureller Tradition raubt.
«Die Menschen sind in Scharen gekommen, das zeigt ihre Widerstandsfähigkeit und ihren Mut», sagte Syed Mohammad Adil, ein Mann Mitte 50, der mit vielen Familienangehörigen in die Altstadt von Lahore gekommen war. Kamran Lashari, ein Beamter im Ruhestand, war wie elektrisiert über die Wiederbelebung des Fests. «Basant ist wie eine riesige Open-Air-Party auf den Dächern», sagte er.
Basant wurde nach tödlichen Vorfällen im Jahr 2005 vom Obersten Gerichtshof untersagt. Zwei Jahre später wurde das Verbot kurzzeitig aufgehoben, jedoch bald darauf von der Provinzverwaltung wieder in Kraft gesetzt.
Drachensteigen ist in Südasien weit verbreitet und hat oft einen Wettbewerbscharakter. Auch für viele Kinder ist es ein beliebtes Hobby. Um die Drachen besonders widerstandsfähig zu machen, wurden häufig scharfe Drahtseile verwendet. Dies führte bei Unachtsamkeit zu schweren Verletzungen und zu Todesfällen.
Eine Provinzministerin bezeichnete den Neustart des Fests als emotionalen Moment. «Die Farben am Himmel sind die Farben unseres kulturellen Erbes», sagte Marriyum Aurangzeb. Die Aufhebung des Verbots sei für die Regierung angesichts des organisatorischen Aufwands keine leichte Entscheidung gewesen. Sollten die Sicherheitsmassnahmen greifen, plane die Regierung, die Feierlichkeiten im kommenden Jahr auf ganz Punjab auszuweiten. «Als Nation haben wir glückliche Momente verdient», sagte sie.










