Diesel erreicht Rekordhoch
Diesel kostet so viel wie nie zuvor. Politik und Wirtschaft suchen nach Entlastungen für Verbraucher und Unternehmen in Deutschland.

Am Mittwoch kostete Diesel in Deutschland durchschnittlich 2,453 Euro (ca. 2,321 Franken) je Liter und erreichte einen neuen Höchststand bundesweit. Der bisherige Rekord aus dem April wurde damit übertroffen, während Benzin ebenfalls auf einem bislang unerreichten Preisniveau bleibt.
Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar haben sich die Kraftstoffpreise deutlich erhöht und belasten Verbraucher sowie Unternehmen in Deutschland. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung fordert staatliche Unterstützung, weil Speditionen zusätzliche Diesel-Kosten kaum an ihre Kunden weitergeben können.
Bei einer Flotte mit 50 Lastwagen entstehen jährlich zusätzliche Ausgaben von mehr als einer Million Euro durch aktuelle Dieselpreise. Die «Tagesschau» berichtet, dass Unionsfraktionschef Thorsten Frei eine Entlastung bereits zum Oktober für möglich hält.
Politik sucht Entlastungen
Politisch werden verschiedene Entlastungen diskutiert, darunter niedrigere Energiesteuern, weniger Mehrwertsteuer, Direktauszahlungen und ein möglicher Preisdeckel für Kraftstoffe. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche favorisiert gezielte Direktzahlungen für Menschen mit geringerem Einkommen und lehnt einen klassischen Tankrabatt ab.
Auch eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne gehört zu den diskutierten Modellen innerhalb der Bundesregierung und der Koalitionsparteien. Der «Stern» verweist auf Wirtschaftswissenschaftler, die pauschale Preissenkungen skeptisch sehen und gezielte Hilfen bevorzugen.
Zusätzliche Belastungen treffen auch die deutsche Fischerei, weil einzelne Kutter wegen hoher Kraftstoffkosten derzeit im Hafen bleiben. Zudem können regionale Tankstellenpreise stark schwanken und innerhalb eines Tages erhebliche Unterschiede aufweisen.
Diesel besonders krisenanfällig
Beschädigte Pipelines in Saudi-Arabien und Drohungen der Huthi verschärfen die Versorgungslage rund um wichtige Schifffahrtswege am Persischen Golf. Der Ölpreis bleibt deshalb ein entscheidender Einflussfaktor für die weitere Entwicklung der Kraftstoffpreise in Deutschland.
Diesel reagiert besonders empfindlich auf Krisen, weil der Kraftstoff stärker in Industrie und als Ersatz für Gas eingesetzt wird. Deutschland ist zudem stärker auf Dieselimporte angewiesen, während heimische Raffinerien den Benzinbedarf weitgehend selbst decken können.

Der «NDR» berichtet ausserdem, dass auch Heizöl infolge der gestiegenen Rohölpreise deutlich teurer geworden ist. Das Bundeskartellamt beobachtet die Preisentwicklung und will bei möglichen kartellrechtswidrigen Praktiken der Mineralölkonzerne einschreiten.












