Grosses Fest und neue Ausstellung zum Grass-Jubiläum geplant
Mit Ausstellungen, Aufführungen und einem bunten Begleitprogramm feiert das Günter Grass-Haus in Lübeck den 100. Geburtstag des deutschen Literaturnobelpreisträgers, Bildhauers, Malers und Grafikers.

«Wir möchten die Aktualität seiner Lebensthemen wie Krieg, Flucht, Kampf gegen Rechtsradikalismus, soziale Ungleichheit oder Umweltzerstörung und zugleich die ästhetische Qualität seiner Weltliteratur und Kunst aufzeigen», sagte der Direktor des Günter Grass-Hauses, Jörg-Philipp Thomsa. Auch ein Netzwerk renommierter internationaler Institutionen ist eingebunden, um an den 2015 gestorbenen Schriftsteller und Künstler zu erinnern.
Am 16. Oktober 2027, dem 100. Geburtstag, planen die Organisatoren im norddeutschen Lübeck ein grosses Kultur- und Stadtfest. Ein Bürger- und Musikzug unter dem Motto «Trommeln für die Demokratie» soll vom Günter Grass-Haus zum Holstentor führen. Lesungen, Musik und Schauspiel sollen zahlreiche Spielorte in der Altstadt in Bühnen für ein gemeinsames Fest verwandeln.
Veranstaltungen sind auch in Grass' Geburtsort Danzig, in Bremen und andernorts geplant. Ziel sei eine kritische und differenzierte Auseinandersetzung mit Grass, sagte Thomsa. Sein Werk sei immer noch aktuell. «Auch gerade jetzt das Thema Ost-Westdeutschland, wie visionär teilweise Grass darüber gesprochen hat.»
Das Lübecker Grass-Haus plant eine neue Dauerausstellung. Im Hauptgebäude werde ab 17. April der Nachlass aus Behlendorf gezeigt, sagte Mitarbeiterin Sophie Jürgens-Tatje. Dort hatten Grass und seine Frau von 1986 bis zu seinem Tod gelebt.
Mit Hilfe des Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien konnte die Einrichtung 800 Objekte aus dem Nachlass kaufen. «Das sind Arbeitsutensilien, aber auch sehr private Gegenstände», sagte Jürgens-Tatje. Darunter seien auch skurrile Objekte, die ihn zum Zeichnen oder Schreiben animiert hätten wie getrocknete Frösche.
Die mehr als 4.000 Bücher der Bibliothek hatte das Günter Grass-Haus als Schenkung erhalten. Der Bestand werde erstmals zugänglich sein, sagte Jürgens-Tatje. «Und in diesen Büchern finden sich auch zahlreiche Widmungen, Anmerkungen von Günter Grass.»
Auch im polnischen Danzig gibt es ein umfassendes Programm. Ziel sei die Stärkung der Rezeption des Lebenswerks von Grass, sagte Miłosława Borzyszkowska von der Universität Danzig. «Wir wollen jedoch nicht nur diese und andere Blicke auf das facettenreiche Werk von diesem Riesen werfen, um neue Grass-Leser zu gewinnen.»
Das Programm und weitere Informationen zum Jubiläumsjahr findet sich auf einer Webseite.










