Die Bundestagswahl 2021 in Deutschland steht kurz bevor. Laut jüngsten Umfragen belegt die SPD derzeit den Platz eins.
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Die nächste Bundestagswahl findet am 26. September 2021 statt. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Am 26. September ist die Bundestagswahl in Deutschland.
  • Gemäss Umfragen hat die SPD ihren Vorsprung weiter ausgebaut.
  • Auf Platz drei rangiert die CDU/CSU, auf Platz drei die Grünen.

In Deutschland wird am 26. September ein neuer Bundestag gewählt. Rund 60,4 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, über die politischen Kräfteverhältnisse für die kommenden vier Jahre zu entscheiden.

Die Wahl besiegelt das Ende der Ära von Bundeskanzlerin Angela Merkel (67). Nach fast 16 Jahren Amtszeit tritt sie nicht mehr an.

Der Bundeskanzler wird in Deutschland nicht direkt gewählt, sondern vom neuen Parlament. Dennoch spielt die Person des Spitzenkandidaten bei der Wahlentscheidung für eine Partei eine grosse Rolle. Merkels Christdemokraten (CDU) und deren bayerische Schwesterpartei CSU haben den CDU-Vorsitzenden und nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (60) ins Rennen geschickt.

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Armin Laschet, CDU-Kanzlerkandidat, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, bei der Sitzung des Deutschen Bundestags. - dpa

Die Sozialdemokraten (SPD) gehen mit Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (63) ins Rennen. Die Grünen mit ihrer Co-Vorsitzenden Annalena Baerbock (40). Es ist das erste Mal in der gut 40-jährigen Geschichte der Öko-Partei, dass diese eine Kanzlerkandidatin nominiert.

SPD verdrängt CDU/CSU

In den Umfragen hat die SPD dank Scholz' Popularität die CDU/CSU von ihrer langjährigen Position als stärkste politische Kraft verdrängt. Jene rangiert derzeit vor den Grünen auf Platz zwei.

Im Bundestag dürfte laut Umfragen nur ein Bündnis aus mindestens drei Parteien eine Mehrheit der Sitze erreichen. Der Kanzlerwahl könnten langwierige Sondierungen und Koalitionsverhandlungen vorausgehen. Merkels Amtszeit endet mit der Konstituierung des Bundestages einen Monat nach der Wahl. Sie würde aber bis zur Vereidigung eines Nachfolgers geschäftsführend im Amt bleiben.

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Einblick in den deutschen Bundestag, der wohl um rund 30 Sitze anwachsen wird. - dpa

Derzeit wird Deutschland von einer schwarz-roten Koalition aus CDU/CSU und SPD regiert. Bei der Bundestagswahl 2017 wurde die Union mit 32,9 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der SPD mit 20,5 Prozent. Die rechtspopulistische AfD zog mit 12,6 Prozent erstmals ins Parlament ein. Viertstärkste Fraktion wurde die FDP (Liberale) mit 10,7 Prozent vor der Linken (9,2) und Grünen (8,9).

Zeitgleich mit der Bundestagswahl werden in den Bundesländern Berlin und Mecklenburg-Vorpommern neue Regionalparlamente gewählt. In beiden Ländern liegen die Sozialdemokraten in den Umfragen vorne. In Berlin könnte erstmals eine Frau die Spitze der Stadtregierung übernehmen.

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