Reisende aus Grossbritannien müssen in Deutschland in Quarantäne – ungeachtet des Impfstatus. Die Omikron-Variante ist auf der Insel auf dem Vormarsch.
Leere Plätze vor einem Restaurant in London. Foto: Alastair Grant/AP/dpa
Leere Plätze vor einem Restaurant in London. Foto: Alastair Grant/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Alastair Grant

Das Wichtigste in Kürze

  • Grossbritannien gilt in Deutschland als Virusvariantegebiet.
  • Deshalb dürfen nun noch Personen mit deutschem Pass oder Aufenthaltsbewilligung einreisen.
  • Danach müssen sie – ungeachtet des Impfstatus – 14 Tage in Quarantäne.

Wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante in Grossbritannien führt die Bundesregierung kurz vor Weihnachten drastische Reisebeschränkungen für Rückkehrer ein. Von diesem Montag an (0.00 Uhr) gilt das Vereinigte Königreich als Virusvariantengebiet, wie das Robert Koch-Institut am Samstagabend in Berlin mitteilte.

Dies bedeutet, dass Einreisende 14 Tage in Corona-Quarantäne müssen – auch, wer geimpft ist oder eine Erkrankung überstanden hat. Diese Frist kann auch nicht durch einen Test verkürzt werden. Zudem dürfen nur noch Bundesbürger und Menschen mit deutschem Wohnsitz ins Land.

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In London wird mit Plakaten für die Booster-Impfung gegen Corona auf. - Keystone

Durch die Omikron-Variante hat sich die Lage in Grossbritannien in den vergangenen Tagen wieder extrem zugespitzt. Am Samstag wurden in dem 67-Millionen-Einwohner-Land insgesamt etwa 90'000 neue Corona-Fälle gemeldet.

Die Zunahme von Omikron verläuft dabei in erschreckendem Tempo: Am Samstag waren es 10'059 neue Omikron-Fälle – dreimal so viele wie am Tag zuvor. Die Hauptstadt London rief deshalb den Katastrophenfall aus. Auch die Zahl der Einweisungen in Krankenhäuser steigt wieder an.

Lauterbach: Können Omikron-Verbreitung nicht verzögern, nur verhindern

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Die Einreise sicherer zu machen, hilft, damit sich die Omikron-Variante nicht so schnell ausbreitet. Verhindern können wir die Verbreitung nicht, nur verzögern. Je länger es dauert, bis Omikron auch Deutschland im Griff hat, umso besser.»

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Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, wartet auf den Beginn einer Debatte im Bundestag. Foto: Michael Kappeler/dpa - dpa-infocom GmbH

Bislang galten keine europäischen Länder als Virusvariantengebiet. Nach einer RKI-Liste sind dies aktuell Länder wie Südafrika, Namibia und Simbabwe. Im südlichen Afrika war Omikron entdeckt worden.

Auch Ungeimpfte aus der Schweiz müssen in Quarantäne

Zudem gelten die Nachbarländer Dänemark und Frankreich wegen steigender Fallzahlen und Omikron in Deutschland seit Mitternacht nun als Hochrisikogebiete. Dies hatte das RKI bereits am Freitag bekanntgegeben. Mit Ausnahme von Luxemburg sind nun alle deutschen Nachbarländer Hochrisikogebiete, auch die Schweiz.

Wer aus einem solchen Gebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss zehn Tage in Quarantäne. Frühestens fünf Tage nach der Einreise kann man sich mit einem Test davon befreien.

Wegen der Pandemie fährt Dänemark grosse Teile des öffentlichen Lebens wieder herunter: Theater, Kinos, Zoos, Vergnügungsparks und Sportstätten müssen ihre Türen nun wieder geschlossen halten. Restaurants dürfen nur noch bis 23 Uhr öffnen. Auch in dem skandinavischen Land sind die Corona-Zahlen wieder sprunghaft gestiegen. Am Freitag erreichte die Zahl der Neuinfektionen einen Rekordwert von 12'000 – davon mehr als ein Fünftel mit der Omikron-Variante.

Frankreich: Booster für Pflegekräfte obligatorisch

Frankreich greift im Kampf gegen die fünfte Welle auf strengere Impfregeln zurück. Im Januar kann eine Auffrischungsimpfung nach bereits vier statt fünf Monaten erfolgen. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte an, dass eine dritte Injektion für Pflegekräfte und Feuerwehrleute Pflicht wird. Vor wenigen Tagen begannen die Schutzimpfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahre.

Die Niederlande verhängten wegen der Omikron-Variante einen neuen strengen Lockdown. Von diesem Sonntag an müssen fast alle Geschäfte, Gaststätten, Kultur- und Sporteinrichtungen, Schulen und Friseure schliessen. Ausgenommen sind nur Läden wie Supermärkte und Apotheken, die für die Versorgung wichtig sind.

Jeder Haushalt darf nun in der Regel nur noch zwei Gäste empfangen. Nur über Weihnachten und zum Jahreswechsel sind ausnahmsweise bis zu vier Besucher erlaubt. Der Lockdown soll zunächst bis zum 14. Januar gelten.

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