Dertour-Krisenmanager hat kein Verständnis für Flugpreiserhöhungen

Keystone-SDA
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Zürich,

Dertour-Suisse-Krisenmanager Oliver Howald hat keinerlei Verständnis für die happigen Erhöhungen der Flugpreise nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs: «Diese Preiserhöhungen sind aus meiner Sicht schlicht unmoralisch», sagte der Leiter des Krisenmanagements in einem Interview mit dem Tourismusportal «Travelnews» vom Donnerstag.

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Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Swiss hebt vom Flughafen Zürich ab (Symbolbild). - sda - KEYSTONE/GAETAN BALLY

«Wir sprechen hier nicht von kleinen Anpassungen, sondern von Aufschlägen von mehreren Hundert bis zu mehreren Tausend Franken pro Ticket», sagte Howald. «Aus einer Situation, in der ein Krieg den Flugverkehr durcheinanderbringt und viele Menschen dringend nach Hause möchten, Profit schlagen zu wollen, halte ich für völlig fehl am Platz.»

Der grösste Schweizer Reiseveranstalter hat mittlerweile kaum noch Kunden, die in ihren Ferien am Persischen Golf steckengeblieben sind. «Praktisch alle unsere Kundinnen und Kunden in der Golfregion, die nach Hause zurückkehren wollten, konnten inzwischen ausreisen», sagte Howald.

Schwieriger sei die Situation für Reisende, die beispielsweise auf den Malediven oder in Phuket feststecken würden, weil ihre Anschlussflüge über den Nahen Osten weggefallen seien. «Auch hier konnten zwar bereits viele Betroffene zurückreisen, doch für einige suchen wir weiterhin nach passenden Lösungen.»

Gerade bei diesen Via-Verbindungen würden nicht alle Probleme von heute auf morgen verschwinden. «Diese Herausforderungen werden uns noch eine Zeit lang begleiten», sagte der Dertour-Manager.

Dertour Suisse arbeite mittlerweile nicht mehr im Krisenmodus. «Was wir derzeit erleben, ist vielmehr operatives Tagesgeschäft. Situationen also, wie sie auch bei anderen Ereignissen vorkommen können, etwa bei Waldbränden oder schweren Unwettern», sagte Howald. Dann gehe es ebenfalls darum, rasch Alternativen zu finden und für die Kunden neue Lösungen zu organisieren.

Der Krieg im Iran beeinflusse das Reiseverhalten. «Wir beobachten derzeit eine klare Verschiebung in Richtung Westen. Auf der Langstrecke profitieren vor allem Destinationen in der Karibik, etwa die Dominikanische Republik», sagte Howald.

Auf der Mittelstrecke sehe man eine stärkere Nachfrage für die Kanarischen Inseln. Und auf der Kurzstrecke wichen viele Reisende auf Mallorca aus – insbesondere für Ferien ab Mai und während der Sommer-Hochsaison, sagte der Dertour-Manager.

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Kommentare

User #4344 (nicht angemeldet)

Unmoralisch ist einzig, dass Flugtreibstoffe weiterhin nicht besteuert werden.

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