Deutsche Museumsdirektorin verärgert Florenz

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    Italien,

    Museumsdirektorin Cecilie Hollberg löst mit kritischen Äusserungen über den Massentourismus in Florenz einen Skandal aus.

    Cecilie Hollberg
    Museumschefin Cecilie Hollberg steht in der Galleria dell·Accademia. - Sergio Garbari/Galleria dell·Accademia/dpa

    Die deutsche Direktorin des Museums Galleria dell'Accademia in Florenz, Cecilie Hollberg, hat sich mit einer kritischen Bemerkung über die eigene Stadt in Italien mächtig Ärger eingehandelt.

    Mit Blick auf den Massentourismus, unter dem Florenz leidet, sagte Hollberg vor Journalisten: «Wenn eine Stadt erst einmal zur Hure geworden ist, ist es für sie schwierig, wieder Jungfrau zu werden. Wenn jetzt nicht die absolute Bremse gezogen wird, gibt es keine Hoffnung mehr.» Später entschuldigte sie sich. Die Aufregung ist aber weiterhin gross.

    Der Kulturminister der Rechts-Regierung in Rom, Gennaro Sangiuliano, bezeichnete die Äusserungen als Beleidigung für ganz Italien. Zudem kündigte er an, «alle geeigneten Initiativen» zu prüfen. Der frühere sozialdemokratische italienische Ministerpräsident Matteo Renzi – ehemals Bürgermeister von Florenz – brachte auch einen Rücktritt ins Gespräch.

    Rücktrittsforderungen und hohe Lebenshaltungskosten

    Die 380'000-Einwohner-Stadt Florenz gehört mit mehr als fünf Millionen Touristen pro Jahr zu den meistbesuchten Städten Italiens. Die Lebenshaltungskosten sind dort sehr hoch. Die 57-jährige Historikerin Hollberg steht seit 2015 an der Spitze des Museums, als dessen berühmtestes Werk die David-Statue Michelangelos gilt.

    Sie hatte am Montag an einer Medienkonferenz vor Journalisten des Weiteren gesagt: «Florenz ist sehr schön. Ich hätte gern, dass es wieder an seine Bewohner geht und nicht vom Tourismus zerquetscht wird.» Es sei aber schon zu spät. Später liess sie eine Erklärung verbreiten, sie liebe die Stadt und habe die «falschen Wörter» verwendet.

    Dem Sender Rai sagte sie: «Mir liegt es fern, irgendjemanden beleidigen zu wollen – und schon gar nicht die Florentiner.» Sie habe deutlich machen wollen, dass Florenz verantwortungsvollen Tourismus betreiben müsse.

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