Demonstranten im Libanon bauen Barrikaden ab

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Libanon,

Einen Tag nach dem Rücktritt des Ministerpräsidenten Saad Hariri im Libanon haben die Demonstranten mit dem Abbau von Barrikaden begonnen und zentrale Strassen in Beirut wieder freigegeben.

Regierungskritische Demonstranten bauen ihre Zelte auf einer Hauptstrasse in der libanesischen Hauptstadt ab. Foto: Bilal Hussein/AP/dpa
Regierungskritische Demonstranten bauen ihre Zelte auf einer Hauptstrasse in der libanesischen Hauptstadt ab. Foto: Bilal Hussein/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Rücktritt von Ministerpräsident Hariri war eine der zentralen Forderungen bei den seit fast zwei Wochen laufenden Protesten in dem Mittelmeerland.

Die Strassenblockaden im Zuge anhaltender Massenproteste hatten das öffentliche Leben in der Hauptstadt teilweise lahmgelegt. Am Mittwoch begannen die Demonstranten auch damit, ihre Zelte im Stadtzentrum abzubauen. Die Armee rief dazu auf, die öffentliche Ordnung wieder herzustellen.

Der Rücktritt von Ministerpräsident Hariri war eine der zentralen Forderungen bei den seit fast zwei Wochen laufenden Protesten in dem Mittelmeerland. Die Demonstranten sehen Hariri als Teil einer korrupten politischen Elite, die Reformen verschleppt und Staatsgeld verschwendet habe. Viele Protestler hatten aber den Rücktritt der gesamten Regierung gefordert.

«Ich bin etwas enttäuscht. Diese Politiker müssen alle gehen, finde ich, nicht nur Hariri», sagte eine Demonstrantin unter Tränen. «Wir trauen keinem von ihnen.» Ein weiterer Demonstrant sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir werden dem Präsidenten einige Tage Zeit lassen, um eine Regierung zu bilden. Tut er es nicht, werden wir wieder auf der Strasse sein.» Einige weinten und erklärten, sie hätten bis zur Bildung einer neuen Regierung protestieren wollen.

Hariri hatte sein Rücktrittsgesuch am Dienstag bei Präsident Michel Aoun eingereicht. Erst wenn er Hariris Rücktritt annimmt, kann Aoun Beratungen mit den verschiedenen Blöcken im Parlament über einen Nachfolger beginnen. Aus Regierungskreisen hiess es, der Druck auf den Präsidenten sei jetzt enorm, da dem Land ohne rasche weitere Schritte ein politisches Vakuum drohe.

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