Das halten Ukraine-Soldaten vom Friedensplan
Ukrainische Soldaten wehren sich gegen den Friedensplan. Dieser käme einer Kapitulation gleich und würde im Militär nicht gut aufgenommen werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Laut dem Friedensplan muss die Ukraine Territorien abgeben und die Armee verkleinern.
- Soldaten kritisieren dies stark und sprechen von einer Kapitulation.
- Sollte ein Rückzugsbefehl nicht erklärt werden, würde er womöglich nicht ausgeführt.
Viel wird über den 28-Punkte-Friedensplan der USA für die Ukraine gesprochen. Das angegriffene Land müsste grosse Zugeständnisse machen: unter anderem der Rückzug aus Luhansk und Donezk, eine Begrenzung der Armee auf 600'000 Soldaten. Kiew lehnt beides strikt ab, auch Europa ist mit dem Plan nicht zufrieden.
Doch was halten die Direktbetroffenen in den Gräben an der Front davon? Mehrere Soldaten haben gegenüber «NBC» ihre Meinung geteilt. Der Tenor ist klar: Sie wollen Frieden – aber nicht zu diesen Bedingungen.
Volodymyr Rzhavskyi, der als Unteroffizier in der Nähe von Pokrowsk dient, sagt: «Das ist kein Plan, das ist eine Kapitulation. Da gibt es nichts zu diskutieren.»
Unteroffizier Oleksandr, der in der Südukraine kämpft, betont, dass niemand Konzessionen beim Territorium wolle, denn «es ist unser Land». Auch bei der Grösse der Armee wehrt er sich gegen Einschränkungen, «das ist unsere Sicherheitsgarantie». Die Ukraine solle nicht vorschnell einem Deal zustimmen, der einer Kapitulation gleichkomme.
Leutnant Oleh Zontov kämpfte auch schon 2014 im Donbass gegen die von Russland unterstützten Separatisten. Er findet, bei einer Waffenruhe müssten die aktuellen Frontlinien eingefroren werden. Gebiete im Donbass, die man noch kontrolliere, aufzugeben, bezeichnet er als «sehr kontrovers». Im Militär würde ein solcher Entscheid mit viel Negativität und Empörung aufgenommen werden.
«Ohne Erklärung würden Soldaten ihre Positionen nicht aufgeben»
Ähnliches vermutet Rzhavskyi, der eine Erklärung der militärischen Führung hören wollen würde, wenn er seine Position in Donezk aufgeben müsste. «Wenn der Befehl ohne Erklärung kommt, wird er nicht ausgeführt. Es ist nicht die Staatsführung, die in den Schützengräben sitzt, sondern unsere Jungs. Sie haben das Recht, zu entscheiden.»
Er selbst wuchs in der Region Donezk auf, weshalb er die Diskussion um eine Abgabe von Territorium als «schmerzhaft» bezeichnet. «Es ist meine Heimat.»
Doch natürlich wolle auch er Frieden. Die vier Jahren an der Front hätten seine Gesundheit «zerstört». Deshalb wolle er sich danach darum und um seine beiden Söhne kümmern. Hoffentlich in der Region Donezk.















