Lars Findsen sitzt in einem Fall von mutmasslich durchgestochenen Geheiminformationen seit gut einem Monat in Untersuchungshaft.
Grenze zu Dänemark
ARCHIV - 14.03.2020, Schlewig-Holstein, Flensburg: Autos fahren zum deutsch-dänischen Grenzübergang in Richtung Norden. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Der suspendierte Chef des dänischen Militärgeheimdienstes bestreitet die Vorwürfe.
  • Er und anderen Personen sollen strenggeheime Informationen weitergegeben haben.

Der suspendierte Chef des dänischen Militärgeheimdienstes, Lars Findsen, sitzt in einem Fall von mutmasslich durchgestochenen Geheiminformationen seit gut einem Monat in Untersuchungshaft. Wie die Nachrichtenagentur Ritzau und weitere dänische Medien berichteten, wurde am Montag auf einem Gerichtstermin im Amtsgericht von Kopenhagen ein Verbot aufgehoben, Findsens Namen zu nennen. Er hatte demnach über seine Verteidiger selbst um die Aufhebung gebeten. Findsen sagte nach Ritzau-Angaben in den Mittagsstunden vor Reportern, er bestreite die Vorwürfe.

Dänemark hat zwei Geheimdienste: den Auslands- und Militärgeheimdienst FE sowie den Geheimdienst der Polizei, kurz PET. Der PET hatte am 9. Dezember mitgeteilt, dass vier aktive und frühere Mitarbeiter der beiden Geheimdienste am Vortag wegen der Weitergabe von strenggeheimen Informationen festgenommen worden seien. Weitere Angaben zu dem Fall wurden dabei nicht genannt. Da die Verhandlungen hinter sogenannten doppelt verschlossenen Türen stattfinden, wissen Aussenstehende nicht, wann und welche Informationen die Festgenommenen weitergegeben haben sollen. Laut den Sendern DR und TV2 sitzt nur noch Findsen in U-Haft, gegen die anderen drei wird aber ebenfalls weiter ermittelt.

Findsen ist seit 2015 FE-Chef gewesen. Im August 2020 wurde er nach einem kritischen Bericht der Geheimdienstaufsicht vom Dienst suspendiert. In dem Bericht hatte die unabhängige Aufsichtsbehörde dem FE vorgeworfen, gegen das Gesetz verstossen und widerrechtlich Informationen über Dänen weitergegeben zu haben. Eine Sonderkommission hat diese Kritik jüngst zurückgewiesen.

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