Dänemark: Mehrere Pottwale in der Nordsee gestrandet
Vor der dänischen Nordseeinsel Fanø spielt sich derzeit ein ungewöhnliches Wal-Drama ab, das selbst Experten rätseln lässt.

Das Wichtigste in Kürze
- Innerhalb weniger Wochen stranden erneut Pottwale an Dänemarks Küsten.
- Ursache unklar: Vermutet werden Navigationsfehler auf Wanderrouten.
- Experten warnen vor Störungen – sie können Rettungen unmöglich machen.
Vor der dänischen Nordseeinsel Fanø spielen sich derzeit dramatische Szenen ab: Mehrere Pottwale sind im flachen Wasser gestrandet. Nach aktuellen Angaben wurden mindestens fünf Tiere gesichtet. Für einen Teil von ihnen kam jede Hilfe zu spät.
Es ist bereits das dritte Mal in diesem Jahr, dass die gewaltigen Meeressäuger an Dänemarks Küsten in Not geraten. Warum sich solche Vorfälle derzeit häufen, ist noch unklar. Nach Einschätzung der dänischen Umweltschutzbehörde handelt es sich wahrscheinlich um männliche Tiere auf ihrer saisonalen Wanderung.
Zu dieser Jahreszeit ziehen sie aus den kalten arktischen Gewässern in wärmere Regionen südlich von England. Auf dieser Route können sie sich verirren und in gefährlich flache Küstenbereiche geraten, aus denen sie aus eigener Kraft kaum wieder herausfinden.
Unklare Lage zwischen Fanø und Skallingen
Der dänische Umweltminister Magnus Heunicke appellierte eindringlich an die Bevölkerung, Abstand zu halten: «Es ist sehr wichtig, dass sich Bürgerinnen und Bürger von dem Gebiet fernhalten und Absperrungen respektieren.» Jede Störung bedeute zusätzlichen Stress für die Tiere und könne Rettungsversuche erheblich erschweren.
Behörden und Einsatzkräfte sind weiterhin vor Ort, um sich ein genaues Bild der Situation zwischen Fanø und der Halbinsel Skallingen zu verschaffen. Die Zahl der betroffenen Tiere wurde zunächst unterschiedlich angegeben.
Beobachter meldeten schliesslich fünf Wale, von denen drei bereits tot sein sollen. Ein Tier lebte zuletzt noch, während der Zustand eines weiteren zunächst unklar blieb, weil es nicht erreicht werden konnte.
Häufung ungewöhnlich – lange keine Strandungen
Erst vor drei Wochen war ein fast 14 Meter langer Pottwal an einem Strand in Nordjütland entdeckt worden. Wenige Tage später folgte ein weiteres Tier auf einer Sandbank nahe Esbjerg.
Zuvor hatte es laut dänischen Behörden rund ein Jahrzehnt lang keine vergleichbaren Strandungen gegeben. Dass sich die Ereignisse nun innerhalb weniger Wochen wiederholen, gibt Forschern Rätsel auf. Diskutiert werden Navigationsfehler, Veränderungen der Meeresbedingungen oder eine Kombination mehrerer Faktoren.

Fest steht: Gerät ein Pottwal erst einmal in die flachen Wattengebiete, sind seine Überlebenschancen meist gering. Das enorme Körpergewicht wird an Land zur tödlichen Belastung, weil die Tiere nicht mehr ausreichend gestützt werden und ihre inneren Organe zusammengedrückt werden.












