Die Infektionen mit dem Coronavirus nehmen in den Niederlanden rasant zu. Die Regierung will dennoch am kommenden Mittwoch die Massnahmen lockern.
Coronavirus
Mark Rutte, Ministerpräsident der Niederlande, spricht bei einer Pressekonferenz zu Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. - sda

Das Wichtigste in Kürze

  • Niederländische Mediziner befürchten, dass in den nächsten Wochen «Code Schwarz» drohe.
  • Das hiesse, eine Triage-Kommission müsste entscheiden, welchen Patienten geholfen wird.
  • Ministerpräsident Mark Rutte will aber nicht von den versprochenen Lockerungen absehen.

Niederländische Mediziner befürchten den Notzustand in Krankenhäusern. Wenn die Infektionszahlen nicht schnell zurückgingen, dann drohe in der nächsten Woche «Code Schwarz.» Das sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Intensivmediziner, Diederik Gommers, am Freitag im Radio.

Bei «Code Schwarz» muss eine Triage-Kommission in Krankenhäusern entscheiden, welchen Patienten noch geholfen wird. Mehrere Krankenhäuser im Land seien so überfüllt mit Covid-Patienten, dass die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit erreicht sei, sagte Gommers.

Rutte spricht von «akzeptablem Risiko»

Schon jetzt werden nach Angaben der Krankenhäuser viele Operationen abgesagt, darunter auch Krebs- und Herz-Eingriffe. Den Notzustand in Krankenhäusern hatte es während der Epidemie des Coronavirus noch nicht gegeben.

Coronavirus - Niederlande
Polizisten im Streifenwagen sprechen im Februar 2021 eine Frau an, die am Abend noch in Rotterdam unterwegs ist. - dpa

Dennoch hält die Regierung weiter an der Lockerung der Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus fest. Ab Mittwoch sollen die Ausgangssperre aufgehoben werden und Terrassen von Gaststätten sowie Geschäfte unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Ministerpräsident Mark Rutte sprach von einem «akzeptablen Risiko.» Durch die zunehmende Zahl der Impfungen werde Anfang Mai ein Rückgang der Infektionen erwartet.

In den Niederlanden kommen derzeit auf 100'000 Einwohner rund 280 Corona-Infektionen in einer Woche. In der Schweiz liegt diese Sieben-Tage-Inzidenz zum Vergleich bei etwa 164.

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