Corona-Pandemie kostet Kinderzähne

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Ein strahlend weisses Kinderlachen war schon vor der Corona-Pandemie nicht überall selbstverständlich. Jetzt ist zu befürchten, dass es um die Zahngesundheit vieler Kinder noch schlechter steht.

    Weniger Vorsorge und ein höherer Süssigkeitenkonsum während der Pandemie werden aus Expertensicht einige Kinderzähne kosten.
    Weniger Vorsorge und ein höherer Süssigkeitenkonsum während der Pandemie werden aus Expertensicht einige Kinderzähne kosten. - Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Weniger Vorsorge und ein höherer Süssigkeitenkonsum in der Corona-Pandemie werden aus Expertensicht in Berlin einige Kinderzähne kosten: «Es ist zu befürchten, dass die Zahn- und Mundgesundheit nachgelassen hat», sagte Andreas Dietze, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Berlin zur Verhütung von Zahnerkrankungen.

    Offizielle Zahlen lägen noch nicht vor, sagte Dietze. Er könne sich bisher aber auf Eindrücke seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus Schulen und Kitas stützen und auf das, was aus den zahnärztlichen Praxen berichtet wird.

    Mehr Süssigkeiten während der Pandemie

    Während der Pandemie seien viele Kinder seltener bei Zahnärzten gewesen, hätten aber durch die viele Zeit zu Hause auch mehr Süssigkeiten genascht. «Und der öffentliche Gesundheitsdienst war - wie in anderen Bundesländern auch - seit März 2020 in der Pandemiebekämpfung eingesetzt. Die Gruppenprophylaxe durch die zahnärztlichen Dienste der Bezirke in Kitas und Schulen hat praktisch darniedergelegen», berichtete Dietze.

    Erst Ende des vergangenen Schuljahres haben die zahnärztlichen Dienste wieder mit Vorsorgeuntersuchungen begonnen, so Dietze. Die LAG verfüge zudem über derzeit 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Schulen und Kitas mit dem Krokodil «Kroko» spielerisch Zahnputzunterricht anbieten. «Auch das war in der Pandemie extrem schwierig», so Dietze.

    Zähneputzen in Kitas vernachlässigt

    Problematisch ausserdem: «In vielen Kitas wurde das Zähneputzen in der Pandemie eingestellt und bis jetzt nicht in vollem Umfang wieder aufgenommen», so Dietze. Dabei bestehe durch das Zähneputzen kein gesteigertes Infektionsrisiko. Das Zähneputzen sei aber sicher auch nicht überall nur wegen Corona, sondern auch wegen des Fachkräftemangels ausgesetzt worden.

    Die Folgen einer schlechten Zahngesundheit können laut Dietze gravierend sein: «Wenn Kinder vorzeitig Zähne verlieren, kann ihre Sprachbildung extrem behindert oder sogar verhindert werden.» Ausserdem könne sich der Kiefer verformen, was kieferorthopädische Folgebehandlungen nach sich ziehe.

    Laut Dietze hatte sich die Zahngesundheit in Berlin in den vergangenen Jahrzehnten eigentlich erheblich verbessert. «Das Problem ist die Polarisation. Immer weniger Kinder vereinen eine immer grössere Karieslast auf sich. Karies wird immer mehr zu einer sozialen Erkrankung.»

    Vor der Pandemie hatten Vorsorgeuntersuchungen des Zahnärztlichen Dienstes 2018/19 gezeigt, dass 85 Prozent der Dreijährigen kariesfreie Zähne hatten. Bei den Sechsjährigen waren es mit 55 Prozent nur gut die Hälfte, wie aus den Daten der Gesundheitsverwaltung hervorgeht.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Campingfeuer Bella Italia
    3 Interaktionen
    «Fire!»
    Dealer
    13 Interaktionen
    Zu lange Knast

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    40 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Flydubai
    Flydubai-Drama
    Ostschweizer Kantonsrat will heimliche Kameras auf Nase stoppen
    4 Interaktionen
    Smart Glasses
    Tierpark Bern Artenschutz
    Tierpark Bern

    MEHR CORONAVIRUS

    x
    34 Interaktionen
    Covid-Impfung
    Sportler
    40 Interaktionen
    Xhaka-Hammer
    Impfung Covid
    50 Interaktionen
    Covid-19
    Luftfahrt
    9 Interaktionen
    Passagierzahlen

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Oktoberfest 2026
    Rekord
    Oktoberfest
    Tragischer Unfall
    schokolade
    241 Interaktionen
    Wie geht das?
    Merz weidel
    121 Interaktionen
    Neue Umfrage