Coop will Einkaufstouris aus Deutschland zurückholen
«Grenzenlos günstig»: Coop wirbt mit Plakaten in deutschen Grenzregionen – und will Schweizer Einkaufstouristen zurück in die Schweiz locken.

Das Wichtigste in Kürze
- Coop platziert in den deutschen Grenzregionen Plakate, um Kunden in die Schweiz zu locken.
- Ein Experte bezweifelt, dass die Werbung Schweizer vom Einkaufen in Deutschland abhalten kann.
- Die Kampagne sorgt vor allem für Aufmerksamkeit, ob sie aber tatsächlich mehr Kunden bringt, ist offen.
Edeka, Rewe, dm… Das Angebot ist riesig.
Für Schweizer ist Deutschland das günstige Einkaufsparadies schlechthin – besonders für diejenigen, die in grenznahen Gebieten wohnen.
Das hat auch Coop bemerkt. Der Detailhändler will mit einer Werbeaktion in Deutschland Kunden (zurück) in die Schweiz holen.
«Grenzenlos günstig – jetzt in der Schweiz sparen»: Mit Werbeplakaten zu seiner Billiglinie Prix Garantie will der Detailhändler in Deutschland von seinem Sortiment überzeugen.
Und wohl auch den einen oder anderen Schweizer Einkaufstouristen bekehren.
Warum in Deutschland?
Auf Anfrage von Nau.ch erklärt Coop-Mediensprecherin Stefania Telesca, warum der Detailhändler nun in Deutschland die Werbetrommel rührt: «Coop wirbt mit diesen Plakaten an grenznahen Standorten in Deutschland, um potentielle Kunden aus dem süddeutschen Raum auf Coop und umgekehrt Einkaufstouristinnen auf das attraktive Coop-Sortiment aufmerksam zu machen.»
Es geht also sowohl um Schweizer Einkaufstouris, aber auch um Deutsche, die bei Coop einkaufen sollen.
Die Werbeplakate seien seit dem 11. September und voraussichtlich bis am 1. Oktober im Einsatz. «Im Zentrum steht dabei die preisgünstige Coop-Eigenmarke Prix Garantie.»

Konsumpsychologe Christian Fichter zweifelt daran, dass Coop mit der Kampagne Schweizer Einkaufstouristen zurückholen kann.
Gegenüber Nau.ch sagt er: «Wer über die Grenze fährt, hat seinen Preisvergleich längst gemacht.»
«Schlechtes Gewissen»
Ein Plakat ändere daran nichts: «Es kann höchstens ein schlechtes Gewissen antippen – und das hält selten bis zur Kasse.»
Der Experte glaubt vielmehr, dass Coop «die Deutschen in Grenznähe» ansprechen will. «Und darüber hinaus die Schweizer Öffentlichkeit». Die Kampagne sei so ungewöhnlich, dass sie hierzulande in den Medien lande.
Das sei die eigentliche Reichweite. «Plakat in Deutschland, Wirkung in der Schweiz.»
«Kampagne lebt von Irritation»
Der Experte fragt sich: «Wie plausibel ist das Sparversprechen für Deutsche?»
Denn: «Deutsche wissen, dass die Schweiz teuer ist.»
Glaubwürdig werde es nur bei einzelnen Produkten, bei denen die Schweiz tatsächlich günstiger sei: «Etwa bei Schokolade, Kaffee oder Aktionen.»
Für Christian Fichter ist klar: «Die Kampagne lebt von der Irritation.» Ob daraus tatsächlich ein Einkauf werde, sei eine andere Frage.





















