Briten haben Hunderte Pöstler unschuldig verurteilt
Hunderte Postmitarbeitende wurden Anfang des Jahrtausends in Grossbritannien zu Unrecht verurteilt. Nun will die Regierung den Justizskandal beenden.

Das Wichtigste in Kürze
- Anfang des Jahrtausends wurden Hunderte britische Postmitarbeitende verurteilt.
- Ihnen wurde zu Unrecht Betrug vorgeworfen.
- Premierminister Rishi Sunak verspricht nun Hilfe für die Opfer des Justizskandals.
«Hier wurde das Leben unschuldiger Menschen ruiniert. Es ist der grösste Justizskandal», so der britischer Premierminister Rishi Sunak am Mittwoch. Er meint damit den sogenannten Postskandal, der sich Anfang des Jahrtausends in Grossbritannien abspielte.
Doch was war passiert? Hunderte damalige Angestellte der britischen Post wurden wegen Betruges verurteilt – zu Unrecht, wie man heute weiss.
Sie mussten Rückzahlungen an die Post zahlen, obwohl sie nie Geld gestohlen hatten, schreibt die NZZ. Mehr als 200 Pöstlerinnen und Pöstler wurden gar zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
Schuld war eine neue Software, die Abrechnungen falsch berechnete. Für die Differenzen wurden die Angestellten verantwortlich gemacht.
Durch die Ausstrahlung der Fernsehserie «Mr Bates vs The Post Office» Anfang Januar entstand ein neues Bewusstsein für den Justizskandal. In ihr wird die Leidensgeschichte von Betroffenen porträtiert. Nun steht die britische Regierung öffentlich unter Handlungsdruck.
Entschädigungen für die Opfer
Premierminister Sunak hat reagiert: Es soll eine Entschädigung für die Betroffenen geben. Ausserdem sollen die falschen Urteile per Gesetz aufgehoben werden. «Wir werden jetzt helfen», verspricht er.
Einer ehemaligen Postmitarbeiterin reicht dies nicht. Erst wenn die Strafverfolgung der Verantwortlichen beginne, werde für sie Gerechtigkeit kommen. Gemeint sind damalige Mitarbeiter der Postzentrale in London. Ihnen war bewusst, dass die Software fehlerhaft war – doch sie probierten es zu vertuschen.















