Waldbrand

Flammen rücken auf Monschau zu – Evakuierung in der Eifel

Keystone-SDA
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Belgien,

Der Grossbrand im Hohen Venn bedroht die deutsche Grenzstadt Monschau. In Kalterherberg wurden deshalb 17 Häuser mit bis zu 30 Bewohnern evakuiert.

Monschau
Eine grosse Rauchwand ist von Deutschland in Richtung des grossen Waldbrands in Belgien im Gebiet Hohes Venn zu sehen. (Luftaufnahme mit einer Drohne) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Monschau müssen 17 Häuser mit bis zu 30 Bewohnern evakuiert werden.
  • Betroffen sind die Strassenzüge Ruitzhof und Geisberg im Ortsteil Kalterherberg.
  • Der Waldbrand im Hohen Venn hat sich auf rund 30 Quadratkilometer ausgebreitet.

Wieder müssen Menschen in der Eifel in Nordrhein-Westfalen wegen eines grossen Waldbrandes ihre Häuser verlassen. Das mächtige Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn rückt aus Belgien kommend auf die erste Wohnbebauung auf deutschem Gebiet vor.

Die Flammen stünden etwa 300 Meter vor den Gebäuden, die am späten Sonntagabend evakuiert worden sind, sagte Monschaus Feuerwehrsprecher Tobias Schell in der Nacht. Die 17 Häuser in den Ortslagen Ruitzhof und Geisberg mit rund 30 Bewohnern waren gegen 22.00 Uhr evakuiert worden.

Wird zu wenig gegen drohende Waldbrände unternommen?

Die Brandbekämpfer hoffen, die Häuser retten zu können: «Zwischen dem Feuer und den Häusern liegen Wiesen, die wir in den vergangenen Stunden komplett mit Wasser getränkt haben.» Gegen 16.00 Uhr sei am Sonntag die Anforderung aus Belgien gekommen, bei der Brandbekämpfung zu helfen.

Applaus für Einsatzkräfte

Im Minutentakt rauschen in der Nacht Transporter mit Wassertanks durch Kalterherberg, das zu Monschau gehört, ins Einsatzgebiet. Auf der nächsten Anhöhe war Feuerschein zu sehen. Nicht nur die Wiesen würden gewässert, sondern auch grosse Wassertanks ständig aufgefüllt für die Löschfahrzeuge. Einige Menschen applaudierten jedem vorbeifahrenden Einsatzfahrzeug.

Die allermeisten Bewohner der evakuierten Strassenzüge in Monschau seien bei Verwandten oder Freunden untergekommen, sagte der Stellvertreter der Bürgermeisterin, Franz-Karl Boden. Die eingerichtete Notunterkunft in einer Schule werde zumindest von ein paar Betroffenen genutzt, hiess es weiter.

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Die Feuerwehr in Monschau ist in Alarmbereitschaft. - keystone

Zunächst war die Evakuierung von zwei Ortsteilen in Monschau mit rund 5000 Einwohnern erwogen worden. In der Nacht zu Sonntag waren die Bewohner der Ortsteile aufgerufen worden, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten.

Ständig drehender Wind erschwert Löscharbeiten

Der Kampf gegen die Flammenfront im Hohen Venn, der im Osten Belgiens liegt, bereitet den Einsatzkräften weiter grosse Mühe. Besonders zu schaffen mache ihnen der vergleichsweise starke und ständig drehende Wind, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin dem Sender RTL am Sonntagabend.

Auf rund 3000 Hektar Fläche lodert jenseits der Grenze der grösste Waldbrand in der Geschichte Belgiens. Am Sonntag kamen auch deutsche Einsatzkräfte aus der Region Aachen zu Hilfe, die ins belgische Küchelscheid ausrückten, einem Nachbarort von Monschau. Auch andere europäische Länder helfen.

Die zerklüftete Landschaft des Hohen Venn erschwert die Löscharbeiten, da es nur wenige Zufahrten gibt und ausgedehnte Torfmoore die Brandbekämpfung erschweren. Das Hochmoor gilt als ökologisch besonders wertvoll.

Grossbrand im Hürtgenwald unter Kontrolle

Erst am Freitag mussten wegen des grössten Waldbrandes der NRW-Geschichte im Hürtgenwald etwa 2000 Menschen ihre Häuser oder Wohnungen verlassen. Der von Flammen bedrohte Ortsteil Gey der Gemeinde Hürtgenwald wurde gegen 4 Uhr evakuiert.

Tagelang kämpfte ein Grossaufgebot unterstützt von Löschhelikoptern und Bergepanzern gegen den Waldbrand, der inzwischen unter Kontrolle ist. Seit Samstagabend können Bewohner nach Gey zurück.

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In Monschau (D) bereitet man sich auf den nahegelegenen Waldbrand vor. - keystone

Im Hürtgenwald dauern die Löscharbeiten weiter an. Bis alles endgültig gelöscht sei, werde noch einige Zeit vergehen, teilte Dürens Landrat Ralf Nolten (CDU) mit. Die Zahl der Einsatzkräfte sei deutlich reduziert worden.

Ein Aufklärungshelikopter mit Wärmebildkamera beobachte aber nach wie vor, ob sich die vereinzelten Glutnester auf dem 300 Hektar grossen Areal wieder entzünden. Zwei Löschhubschrauber blieben ebenfalls vor Ort.

Kommentare

User #2487 (nicht angemeldet)

Für solche Probleme gibt es eine ganz einfache Lösung: Man sagt einfach "ist ganz normal, hat es schon immer gegeben" und "am 02.06.1822" hat es auch schon gebrannt und man hat es auch überlebt". Schon ist die Welt wieder völlig in Ordnung und Selbstreflektion unnötig.

User #3359 (nicht angemeldet)

Tja. Das hat man davon wenn man an Kapitalismus glaubt.

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