Zwei polnische Bischöfe haben es unterlassen, gegen Missbrauch in ihren Diözesen vorzugehen. Dafür wurden sie jetzt vom Vatikan bestraft.
Bischof Polen
Blick auf die Kathedrale von Krakau, Polen. (Archivbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei polnische Bischöfe sollen Missbräuche vertuscht haben.
  • Dafür erliess der Vatikan nun Strafen.

Der Vatikan hat zwei polnische Bischöfe für ihre Nachlässigkeit im Kampf gegen sexuellen Missbrauch an Minderjährigen innerhalb ihrer Diözesen bestraft. Das teilte die diplomatische Vertretung des Vatikans in Warschau am Montag mit.

Der emeritierte Erzbischof Slawoj Leszek Glodz aus dem Erzbistum Danzig (Gdansk) und der frühere Bischof von Kalisz, Edward Janiak, müssen demnach ausserhalb ihrer jeweiligen Diözesen leben. Sie würden ausserdem von öffentlichen religiösen Feiern und Laientreffen ausgeschlossen und müssen einer Stiftung, die sich für Opfer sexuellen Missbrauchs einsetzt, einen «angemessenen Betrag» spenden, hiess es weiter. Den beiden wird vorgeworfen, Taten vertuscht zu haben.

Dem Hamburger Erzbischof Stefan Hesse wird vom Vatikan eine Auszeit gewährt, wie das Erzbistum in der norddeutschen Stadt Hamburg mitteilte. Als Konsequenz aus einem Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsvorwürfen im Erzbistum Köln hatte Hesse dem Papst seinen Amtsverzicht angeboten. Unklar war zunächst, was unter «Auszeit» genau zu verstehen ist und wie lange sie dauern wird.

In der katholischen Kirche Polens rückte sexueller Missbrauch in den vergangenen Jahren durch Medienberichte wieder in den Fokus. Auch die beiden Bischöfe wurden darin erwähnt. Glodz stand ausserdem für seinen verschwenderischen Lebensstil und Einschüchterungen seiner Untergebenen in der Kritik.

aut Zahlen der katholischen Kirche in Polen wurden zwischen 1990 und 2018 etwas mehr als 380 Beschwerden wegen sexuellen Missbrauchs gegen Priester eingereicht. Ungefähr 625 Opfer sind demnach betroffen.

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