Viele Bundesländer weigern sich, Asylbewerber aufzunehmen. Die Stadt Berlin muss dies nun ausgleichen. Ein Notfallplan soll helfen.
Katja Kipping, Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, will in der Hauptstadt mehr Platz für Geflüchtete schaffen.
Katja Kipping, Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, will in der Hauptstadt mehr Platz für Geflüchtete schaffen. - Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die zuletzt ohnehin angespannte Situation bei der Unterbringung von Geflüchteten in Berlin hat sich dramatisch zugespitzt.

Weil nur noch wenige Plätze zu Verfügung stehen, soll nun ein Notfallplan in Kraft gesetzt werden, wie Integrationssenatorin Katja Kipping (Linke) heute der Deutschen Presse-Agentur sagte. Geplant sei unter anderem, ein grosses Zelt mit rund 900 Schlafplätzen zu öffnen, das bislang als Reserve auf dem Gelände des Ukraine- Ankunftszentrums in Tegel steht. Geprüft werde auch die Anmietung von Übernachtungsplätzen in Hostels oder die Aufstellung weiterer Zelte.

Nach den Worten Kippings muss Berlin seit einiger Zeit mehr Asylbewerber aufnehmen, weil «fast alle anderen Bundesländer» aus dem bundesweiten Verteilsystem erst einmal ausgestiegen seien. «Dort gibt es faktisch einen Aufnahmestopp für Menschen, die Erstanträge auf Asyl stellen.» Laut Kipping haben die anderen Länder dies damit begründet, dass sie durch die Aufnahme ukrainischer Geflüchteter, die keinen Asylantrag stellen müssen, stark belastet seien. «Berlin muss das nun abfedern.»

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