Französische Bahn verbietet Kinder in der Komfortklasse
Die französische Bahngesellschaft SNCF verbietet Kindern unter 12 Jahren den Zugang zu ihrer neuen Komfortklasse. Diese Entscheidung sorgt online für Kritik.

Das Wichtigste in Kürze
- Die SNCF verbietet Kindern unter 12 Jahren den Zugang zu ihrer neuen Komfortklasse.
- Die Kinderschutzbeauftragte Sarah El Haïry sagt: So werden ganze Familien ausgeschlossen.
- Nach Kritik hat die Bahngesellschaft ihre Formulierungen angepasst. Die Regel bleibt.
Die französische Bahngesellschaft SNCF hat eine neue Regelung eingeführt, die für Aufsehen sorgt. In ihrer neuen Komfortklasse sind Kinder unter zwölf Jahren nicht mehr willkommen.
Dieses Premiumangebot ist seit dem 8. Januar auf der Strecke zwischen Lyon und Paris verfügbar. Es richtet sich hauptsächlich an Geschäftsreisende.
Die Entscheidung, Kinder in der Komfortklasse auszuschliessen, hat landesweit Kritik ausgelöst. Viele sehen darin eine Diskriminierung von Familien mit jüngeren Kindern, wie die französische Nachrichtenagentur «AFP» berichtet.
Kritik an der neuen Regelung
Sarah El Haïry, die Kinderschutzbeauftragte der französischen Regierung, äussert ihre Bedenken öffentlich auf dem Onlinedienst X: «Kinder aus Zugwaggons auszuschliessen, das bedeutet, ganze Familien auszuschliessen».
Sie betont weiterhin: «Kinder sind kein Problem, das zu lösen ist», sondern «Reisende, die gut empfangen werden sollten».
Online gibt es viele kritische Kommentare zum Kinderverbot in der Komfortklasse. Ein Beispiel, das von der Nachrichtenagentur zitiert wird: «Die SNCF will keine Kinder in Abteilen für Geschäftsreisende. Aber was ist mit den Idioten, die mit ihrer Sekretärin telefonieren und alle daran teilhaben lassen?»
SNCF versucht indessen, den entstandenen Imageschaden einzudämmen und betont den hohen Komfort und erstklassigen Service ihrer neuen Klasse. In einem Onlinevideo argumentiert die Bahngesellschaft auch, dass nur acht Prozent aller Plätze davon betroffen seien.
SNCF hat die Online-Kommunikation inzwischen bereits angepasst.
Statt «Kinder sind nicht zugelassen» heisst es nun: Die Geschäftsabteile sind «ab zwölf Jahren zugänglich» und jüngere Kinder seien «selbstverständlich in den übrigen Abteilen willkommen».




















