Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat wegen der Krise um die Migranten an der polnisch-belarussischen Grenze erneut mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko telefoniert. Das teilte das Präsidialamt von Belarus am Mittwochabend in der Hauptstadt Minsk mit.
dpatopbilder - Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, spricht während eines Interviews mit dem russischen Magazin der Natsionalnaya Oborona (Nationale Verteidigung). Foto: Nikolai Petrov/BelTA-Pool/AP/dpa
dpatopbilder - Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus, spricht während eines Interviews mit dem russischen Magazin der Natsionalnaya Oborona (Nationale Verteidigung). Foto: Nikolai Petrov/BelTA-Pool/AP/dpa - sda - Keystone/BelTA-Pool/AP/Nikolai Petrov

Das Wichtigste in Kürze

  • Merkel und Lukaschenko seien sich dabei einig gewesen, dass es zur Lösung des Problems Gespräche zwischen Vertretern der EU und Belarus geben sollte.

Von deutscher Seite lag zunächst keine Bestätigung vor.

Erst am Montag hatten beide ein Telefonat geführt, das nach Angaben aus Belarus etwa 50 Minuten gedauert hatte. Es seien weitere Kontakte vereinbart worden, meldete Belta weiter.

Nach Merkels erstem Gespräch mit Lukaschenko seit dessen umstrittener Wiederwahl zum Präsidenten im August vergangenen Jahres hatte es teils heftige Kritik gegeben. Die EU erkennt Lukaschenko nicht mehr als Präsidenten an. Hintergrund sind massive Betrugsvorwürfe bei der Wahl sowie das Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten und die Zivilgesellschaft.

An der belarussisch-polnischen Grenze sind seit Tagen Tausende Migranten gestrandet. Die EU beschuldigt Lukaschenko, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Aussengrenze zu bringen, um Druck zu machen.

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