Bärin mit Jungtier tötet Mann (†35) in Bulgarien
In einem bulgarischen Gebirge hat ein Bär einen Wanderer getötet. Er hatte noch versucht, sich mit einem Stock zu wehren.

Das Wichtigste in Kürze
- In Bulgarien hat ein Braunbär einen Wanderer getötet.
- Die Bärenmutter hatte ein Jungtier dabei.
- Schätzungsweise leben in Bulgarien zwischen 300 und 500 Braunbären.
Im Witoscha-Gebirge südlich der bulgarischen Hauptstadt Sofia ist ein Mann von einer Braunbärin getötet worden. Das bestätigte das bulgarische Innenministerium. Die Bärin war zum Zeitpunkt des Angriffs mit einem Jungtier unterwegs.
Der Mann wurde am Samstag tot in der Nähe einer Berghütte aufgefunden. Laut Angaben eines Gerichtsarztes, auf die sich die Polizei stützt, ist er nach dem Angriff seinen Verletzungen erlegen.
Augenzeugen berichten der Internetzeitung «Boulevard Bulgaria», dass er noch versucht habe, sich mit einem Stock zu wehren. Der Versuch blieb ohne Erfolg. Der Mann überlebte den Angriff nicht.
Bären mit Jungen greifen schneller an
Dass die Bärin ein Jungtier bei sich hatte, dürfte eine Rolle gespielt haben. Weibliche Braunbären reagieren in Gegenwart ihrer Jungtiere besonders defensiv. Sie greifen an, wenn sie sich oder ihren Nachwuchs bedroht fühlen.
Braunbären sind in der Regel scheue Tiere. Begegnungen mit Menschen verlaufen meist ohne Zwischenfälle. Kommt es aber zu einem Überraschungsmoment, kann das Tier schnell aggressiv werden.
Das Witoscha-Gebirge ist ein beliebtes Ausflugsziel der Bewohner Sofias. Es liegt direkt vor den Toren der Hauptstadt und ist gut erreichbar.
Bären-Attacken in Bulgarien selten
Der Vorfall gilt aus mehreren Gründen als ungewöhnlich: Einerseits kommt es in Bulgarien nur selten zu tödlichen Begegnungen mit Braunbären. Der letzte Todesfall ist 16 Jahre her und ereignete sich in Smolyan, einem Gebiet im Süden Bulgariens mit grösserer Bärenpopulation.
Andererseits leben die Tiere im Land vor allem in anderen Gebirgen, nicht im Witoscha.
Schätzungen zufolge leben in Bulgarien zwischen 300 und 500 Braunbären. Genaue Zahlen existieren nicht. Im Vergleich zum nördlichen Nachbarland Rumänien ist die Population jedoch deutlich kleiner.
Dort ist denn auch das Bären-Problem grösser. In Rumänien häufen sich Zwischenfälle mit Braunbären seit Jahren.
Für Aufsehen sorgte ein ähnlicher Zwischenfall vor drei Jahren unweit der Schweizer Grenze: In Norditalien tötete eine Bärin einen 26-Jährigen beim Joggen.
















