Drama um verwaiste Bärenkinder in der Slowakei

In der Slowakei ist ein Förster bei einem Angriff durch eine Braunbärin verletzt worden. Das Tier wurde getötet, drei Jungtiere mussten gerettet werden.

Braunbär
Braunbären können eine halbe Tonne wiegen und schneller laufen als Menschen. (Archivbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bärin griff Vater und Sohn in einem Bergwald an und wurde in Notwehr erschossen.
  • Drei wenige Wochen alte Jungtiere wurden geschwächt gefunden und in einen Zoo gebracht.
  • Der Vorfall zeigt das Risiko überraschender Begegnungen zwischen Mensch und Wildtier.

Ein Förster ist in der Slowakei von einer Braunbärin angegriffen und verletzt worden. Sein ihn begleitender Sohn erschoss das Tier daraufhin. Nachdem drei deshalb verwaiste Bärenkinder gefunden wurden, sorgt sich die Medienöffentlichkeit vor allem um diese.

Umwelt-Staatssekretär Filip Kuffa schilderte auf seiner Facebook-Seite den Zusammenstoss unter Berufung auf den Sohn des Verletzten. Demnach haben die beiden Männer mit ihrem Jagdhund in einem Bergwald bei Hrboltova, einem Stadtteil von Ruzomberok (Rosenberg) in der nördlichen Mittelslowakei, einen Holzbestand kontrolliert, als die Bärin sie überraschend angegriffen habe.

Der Vater habe zur Verteidigung mehrmals aus seiner Pistole auf die Bärin geschossen. Diese habe sich dennoch auf ihn gestürzt und ihn mehrfach gebissen. Dem Sohn sei es aber gelungen, das Tier mit mehreren Schüssen ebenfalls aus einer Kurzwaffe zu töten. 200 Meter entfernt habe er den schwer verletzten Hund gefunden, der schliesslich gestorben sei. Der verletzte Vater musste im Krankenhaus behandelt werden.

Bärenwaisen wurden in Zoo untergebracht

Wie ein Sprecher des zum staatlichen Naturschutz gehörenden «Einsatzteams Braunbär» in den Abendnachrichten des öffentlich-rechtlichen Senders STVR sagte, war die tote Bärin als säugendes Muttertier erkennbar. In nächster Nähe habe man schliesslich drei etwa einen Monat alte Jungtiere in bereits sehr geschwächtem Zustand gefunden.

Die alleine noch nicht lebensfähigen Bärenkinder wurden in einen Zoo im westslowakischen Bojnice gebracht. Vor allem das einzige männliche der drei Bärenjungen sei stark dehydriert gewesen und habe dringend tierärztliche Behandlung gebraucht.

Nach der letzten offiziellen Zählung, die im Jahr 2022 veröffentlicht wurde, gibt es in der Slowakei rund 1.200 freilebende Bären. Die Tiere gehen normalerweise Menschen aus dem Weg, wenn sie sie rechtzeitig bemerken. Bei überraschendem Zusammentreffen oder wenn Muttertiere ihre Jungen gefährdet sehen, können sie jedoch angreifen. Einzelne Zusammenstösse endeten in den vergangenen Jahren tödlich.

Kommentare

User #2205 (nicht angemeldet)

Bringt die jungen Bären nach Zürich, dort aufpeppeln und frei lassen. Vielleicht noch ein paar Wölfe dazu, die Zürcher lieben das.

User #5240 (nicht angemeldet)

in der freien Wildbahn überlebt der Stärkere. Wenn der Schwächere, also der Mensch, eine Schusswaffe in die Hände bekommt, wird er nur dank ihr zum Stärkeren. Das, was passiert ist, ist tragisch, aber wir dringen in das Refugium der Tiere ein. Und wenn man weiss, dass es die Zeit ist, in der Grosstiere ihre Jungen aufziehen, sollte man nicht seinen Hund freilaufen lassen. Die natürliche Verteidigung der Bärin gegenüber dem Hund ist gesetzt und somit ist auch sein Herrchen potentiell gefährlich und wird angegriffen. Ganz prinzipiell hat sich die Spezie Homo Sapiens von der Natur abgekoppelt, verlernt, mit ihr zu leben, weshalb sie sie allmählich zerstört und den den Ast beginnt abzusägen, auf dem sie sitzt.

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