Auschwitz-Komitee wirft Justiz jahrzehntelanges Versagen vor

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    Deutschland,

    Schwere Vorwürfe aus einer Richtung die wehtut: Das Internationale Auschwitz-Komitee wirft der deutschen Justiz bei der Verfolgung von NS-Verbrechern jahrzehntelanges Versagen vor. Gerechtigkeit habe kein Verfallsdatum.

    Stacheldrahtzäune und ein Wachturm auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Foto: Armin Weigel/dpa
    Stacheldrahtzäune und ein Wachturm auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Foto: Armin Weigel/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Internationale Auschwitz-Komitee hat der deutschen Justiz jahrzehntelanges Versagen bei der Verfolgung von NS-Verbrechern vorgeworfen.

    «Zu wissen, dass die Täter aus den Lagern zumeist unbehelligt und ungefährdet ihr Leben leben konnten, ohne für ihre Untaten Rechenschaft vor einem deutschen Gericht ablegen zu müssen, hat die Überlebenden ihr ganzes Leben belastet», sagte der Vizepräsident des Komitees Christoph Heubner den Zeitungen der «Funke Mediengruppe» (Dienstag). Dass Täter erst jetzt zur Verantwortung gezogen werden, sei «ein Versagen und ein Versäumnis der deutschen Justiz, das sich über Jahrzehnte erstreckt hat.»

    Anlass der Kritik sind Anklagen, die Anfang Februar gegen einen 100-jährigen ehemaligen Wachmann des Konzentrationslagers (KZ) Sachsenhausen und gegen eine 95-jährige ehemalige Sekretärin des KZ Stutthof erhoben worden waren. Sie seien Teil des Räderwerks der Deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager gewesen, sagte Heubner. Den Überlebenden gehe es nicht um Rache, sondern um Gerechtigkeit - und die habe kein Verfallsdatum. «Und deshalb sind diese Prozesse noch immer wichtig, auch wenn mittlerweile die Täter und die überlebenden Opfer ein hohes Alter erreicht haben.» Die Anklagen wurden von den Staatsanwaltschaften Neuruppin in Brandenburg und Itzehoe in Schleswig-Holstein erhoben.

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